Endlich mal ein Thema wo ich mitreden kann :-D
Für Interessierte mal ein paar Details zum Sinn des "CapPacks" und dem Blitz und dessen Verhinderung ... es gibt da zwar inzwischen sehr gute Beschreibungen in anderen RC-Foren (das Problem ist ja nicht neu), aber ich hab grad Langeweile, ich gehe hier auch nur speziell auf den Baja Flux ein.
Der Blitz:
Wenn ein leerer Kondensator stellt beim Schließen des Stromkreis faktisch für einen kurzen Moment einen Kurzschluss da. Der Strom wird nur begrenzt durch den Widerstand der Anschlußleitungen. Da man diesen Widerstand ja so niedrig wie möglich halten möchte um möglichst wenig Spannungsfall zu erzeugen ist er sehr hoch. Der hohe Strom verbrennt einem auf die Dauer die Buchsen und der schnelle Anstieg der Stromstärke kann die Vorschalt-Elkos des Reglers zerstören.
Vorladung:
Die Lösung ist den Strom bei Anschließen zu begrenzen und zwar durch Vorladung (der Kapazitäten). Dazu wird der Regler zuerst über einen Widerstand an den Regler angeschlossen. Dieser begrenzt den Strom. Die Ladezeit (tau) der Kondensatoren wird etwas verlängert, aber wir reden hier von hundertstel Sekunden.
Danach wird parallel die normale Anschlussleitung angeschlossen. Der Widerstand kann parallel verbleiben.
Der Widerstand müsste aufgrund der hohen Ströme eigentlich ein dickes Teil mit Kühlkörper sein um die die hohe, in Wärme umgewandelte, Verlustleistung abzuführen, aber der Moment ist so kurz das auch ein normaler Kohleschichtwiderstand (beige, 0,5W) das eine Weile mitmacht. Zu Sicherheit kann man auch einen Metallschicht nehmen (blau, 1 W) oder/und zwei Widerstände parallel.
Wichtig!: Da der Regler die Zellanzahl über den Innenwiderstand der Akkus ermittelt, wird dieser natürlich verwirrt. Weshalb man die manuelle Einstellung der Automatik vorziehen sollte. (... das dürfte auch der Grund sein warum Castle von dieser Lösung abrät) Wie man das ganze jetzt aufbaut ist abhängig von den eigenen Fähigkeiten und Motivation. Entweder direkt an der Buchse, hier wird dann bei Zusammenstecken erst der Widerstand kurz berührt bevor man die Buchse steckt. Oder über eine zweite Anschlussleitung die zuerst gesteckt wird. Letzteres find ich praktikabler, falls der Widerstand doch mal durchglüht, da man nicht direkt wieder an der Buchse rumlöten muss. Außerdem sollte der Widerstand nicht so einfach mit an die Leitung geschrumpft werden, falls er sich doch mal erwärmt.
🖼 Bild nicht mehr verfügbarCapPack:Die vorgeschalteten Kapazitäten glätten den Verlauf der Eingangsspannung. Dieses Zittern (Ripple) entsteht durch die sich ständig ändernde Last, also den Stromfluß und ist um so stärker je höher der Widerstand der Anschlußleitungen (inkl. Verbindungen) zum Akku ist. Je konstanter die Eingangspannung, desto weniger hat der Regler zu tun, der ständig auf die sich ändernde Spannung reagieren muss.
Bei Castle hat man sich sicherlich ursprünglich Gedanken über die Dimensionierung der Kapazitäten gemacht, aber wohl nicht mit der sich aus der Variantenvielfalt und Bastelwut der Nutzer ergebenen, zu langen Anschlußleitungen gerechnet. Der sich daraus ergebene Workaround nennt sich Cap Pack. Ist nicht schön gelöst mit den offenen Isolierungen und so, aber funktioniert.
Leider verlangen die Händler hierzulande viel zu viel (um die 40€) für die paar Elkos. Castle verkauft es eigentlich für unter 20€.
Deshalb kommt man natürlich in Versuchung sich das selbst zusammenzulöten.
Hierbei ist auf folgendes zu achten:
- geringstmöglicher Abstand zum Regler
- geringer Innenwiderstand der Elkos (Low-ESR, gold-schwarz)
- Spannungsfestigkeit mind., am besten doppelte Akkuspannung (z.B 63V) ... aber auch nicht mehr
- vibrationsfeste, gut isolierte Ausführung der Befestigung (Kurzschlussgefahr!)
So sollte das z.B.
NICHT aussehen:
So ... reicht erstmal ... bei Nachfragen und Ergänzungen setz ich mich nochmal ran ...