Malin04.11.2008 23:19
In meiner heutigen Kolumne möchte ich von einem besonderen Menschen berichten.
Nehmt euch ein bißchen Zeit dafür und lasst euch darauf ein und es wird ein bleibender
Eindruck entsehen den man nich mehr vergessen möchte.
Es geht um einen jungen Neuseeländischen Filmemacher Namens Cameron Duncan.
Vielleicht habt Ihr auch schon von ihm gehört aber ich möchte hier seine Werke vorstellen
und von dem letzten Teil seines Werdegangs erzählen.
Aber lasst uns in der Reihenfolge beginnen in der ich auf seine Geschichte aufmerksam geworden bin
nämlich mit volgendem Kurzfilm, den ich auf einer DVD gefunden habe und der dort eigentlich nur
im Rahmen einer weiterführenden Erlärung auftaucht.
http://de.youtube.com/watch?v=FBlgSeYktB8
Dieses Video gibts im Netz leider nur auf English, aber ich habe den Text übersetzt
weil man die Einzelheiten so doch besser versteht.
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Die Freiheit wird als etwas ganz Selbstverständliches betrachtet, und die kleinen Dinge, die man hat, weiß man gar nicht zu schätzen. Meine Nummer ist DFK6498. Sie steht auf all meinen Unterlagen, seitdem ich mein Leben hier auf der Erde angetreten habe. Zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Ich habe keinen umgebracht und kein Verbrechen begangen. Ich habe keinen Tropfen Alkohol getrunken und keine Zigarette geraucht. Drogen habe ich nie angerührt. Ich bin, was man als 100% ig normal bezeichnet. Trotzdem bin ich in diesem Loch, in meinem ganz persönlichen Gefängnis. Und alles nur wegen diesem Ding, diesem Dämon, mit dem ich mich hier auseinandersetzen muss. Denn seinetwegen bin ich hier. Es ist erstaunlich, wie etwas so Kleines so viel zerstören kann. Das Essen hier ist schrecklich. Das sagen alle. Es ist verblüffend, wieviel ein Mensch ertragen kann, nur um zu überleben.Hier gibt es keine Abwechslung.Keine!
Ich habe die Tendenz mich selbst zu bemitleiden, doch ich werde ständig an die anderen erinnert, die mit mir hier sind. All diese Menschen. Sie sind noch so jung. Ach sie haben kein Verbrechen begangen. Hier drinnen sind sie alle unschuldig. Ich durchlaufe die tägliche Routine. Der Wärter ist immer so pünktlich. Er kommt jeden morgen und fesselt mich an mein Zimmer. Das ist Teil meiner Strafe. Damit muß ich zurechtkommen.
Das ist wie Kryptonit für Superman. Ich hasse es. Ich muß mich immer wieder daran erinnern das es zu meinem Bestem ist. Es ist warscheinlich meine eigene Schuld dass ich hier drin bin. Denn jahrelang habe ich mit dem Schicksal gespielt. Vielleicht spielt es jetzt mit mir. Dann hätte das Schicksal ja seinen Zweck erfüllt.
Ich war einmal so frei. Die Welt war mein Spielplatz der Erdboden meine Arena. Das Schiksal hat mich so sehr bedrängt, das ich mich am Abgrung stehen sehe. Aber springen würde ich nie. Ich lebe für die Menschen, die ich liebe. Denn wenn ich sterbe, werde ich nicht der Betroffene sein, sondern diejenigen die ich zurücklasse.
Das ist warscheinlich der einzige Knast, der seine Türen unverschlossen lässt.
Das ist eine Pein, mit der jeder Gefangene zurechtkommen muss. Doch ich wage es nicht, zu gehen. Nicht einmal der Freiheit wegen.
Das Schlimmste hier drinnen ist, dass die Zeit so unaufhaltsam und doch so langsam vergeht. Eingesperrt zu sein heißt nicht, dass die Zeit stehen bleibt. Wir leben schließlich alle nach der Uhr. Ich lebe auch nach der Uhr aber viel langsamer. Sekunden erscheinen wie Minuten, Minuten wie Stunden, Stunden wie Tage, Tage wie Monate. Es ist so, als würde man vergeblich einem Regenbogen hinterherjagen. Man jagt ihm einfach hinterher. Ich habe herausgefunden, dass es am Besten ist, wenn man schläft,
denn wenn ich schlafe, träume ich. Und wenn ich träume, kann ich mich über die Gefängnismauern erheben. Ich träume davon, dass ich zwischen Lilien erwache. Ich spüre sie in mir, wie das nur geschieht, wenn man alleine ist. Ich träume von den kleinen Dingen, die so schön sind, selbst für die unglücklichsten Menschen.
Ich träume davon, mein flüsterndes Atmen zu hören und achte dabei mehr auf die Funktion, als ich das sonst tue. Ich träume von Dingen, die so schön anzusehen sind, dass es schmerzt. Die Freiheit wid als etwas ganz Selbstverstänliches betrachtet, wenn man die kleinen Dinge, die man hat, nicht zu schätzten weiß. Das schlimmste am Träumen ist, dass man wieder aufwachen muss.
Denn wenn ich aufwache, bin ich immer noch hier.
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Der Grund für Cameron Duncan diesen Film zu drehen war, daß er am 15. Februar 2002 Knochenkrebs
bei ihm diagnostiziert wurde. Der 16-Jährige erhielt damals eine Chemoterapie.
Was ich an diesem Kurzfilm so faszinierend finde ist wie er es schafft die Situation in der er sich befand
so verständlich und mitreisend darzustellen und das in einer Art und Weise die mich sehr beeindruckt.
Cameron war nach dieser Chemoterapie krebsfrei, und konnte sich wieder
seinem Lieblingsport widmen, dem Softball.
Zu diesem Zeitpunkt wurde Peter Jackson, der Regisseur von Herr der Ringe, auf ihn aufmerksam.
Zusammen mit seiner Frau suchte er einen Regisseur für den Werbefilm einer Organspenden
Organisation welche das Paar unterstützte. Neugirig geworden durch die vielen Auszeichnungen
die er als Autor, Darsteller und Regisseur für DFK6498 erhalten hatte, durch den Film selbst und durch andere kleine Projekte die er bis dahin verwirklichen konnte, luden sie Cameron zum Set von HDR ein und waren sofort fasziniert von seinem Wissen über die Materie und seinem Talent.
Während seiner Arbeit an der Organspenden Werbung kehrte der Krebs wieder zurück
und diesmal standen die Heilungschancen allerdings sehr schlecht. Die Ärzte sagten,
daß er noch 2 Monate zu leben hätte und so beendete Cameron seine Arbeit wärend den Therapieversuchen.
http://de.youtube.com/watch?v=6cha4lN6YqY&feature=related
Danach widmete er sich wieder seinem eigenen Projekt einem Kurzfilm mit dem
Titel "Strike Zone". In diesem verarbeitet er sein unfaires Leben mit Hilfe seines Lieblingsspiels.
Während den Dreharbeiten verursachten Metastasen ein Loch in seiner Lunge,
er schaffte es aber trotz der langen und anstrengenden Nachtdreh´s und der
noch andauernden Chemoterapie seinen Film fertigzustellen.
Kurz danach jedoch am 12. November 2003 verstarb Cameron im Alter von 17Jahren.
http://de.youtube.com/watch?v=hCgVf4-1k6w&feature=related
Seine Beerdigung wurde genauso abgehalten wie im Film zu sehen ist.
Er wurde auf dem Hügel beigesetzt sodas er immerwieder die Spiele beobachten kann.
Camerons Eltern verstanden sein letztes Werk als eine Art Anleitung was sie
nach seinem Tod zu tun hatten.
"Ich will nur eins, ich will nicht vergessen werden!" sagt er in seinem Film
und das versuchen sie seitdem zu verwirklichen, weil er keine Chance hatte dies selbst zu schaffen.
Denn so wie ich das sehe hätte Cameron Duncan uns bestimmt ein paar großartige Filme beschert.
Annie Lennox lies sich von seinen Filmen inspirieren und schrieb das Lied
"Into the West" das auch Cameron gewidmet wurde und viele Auszeichnungen gewann.
Es ist das Titellied des dritten Herr der Ringe Films, Die Rückkehr des Königs.
Diese Zeilen gingen mir nicht leicht von der Hand weil ich es wirklich traurig und gemein finde
wie das Schicksal manchmal seinen Lauf nimmt. Aber ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben:
"Man bereut nur die Dinge die man nicht gemacht hat".
In diesem Sinne hoffe ich, daß euch meine kleine Hommage gefallen hat und euch vielleicht irgendwie weiterhilft.
Malin
Nehmt euch ein bißchen Zeit dafür und lasst euch darauf ein und es wird ein bleibender
Eindruck entsehen den man nich mehr vergessen möchte.
Es geht um einen jungen Neuseeländischen Filmemacher Namens Cameron Duncan.
Vielleicht habt Ihr auch schon von ihm gehört aber ich möchte hier seine Werke vorstellen
und von dem letzten Teil seines Werdegangs erzählen.
Aber lasst uns in der Reihenfolge beginnen in der ich auf seine Geschichte aufmerksam geworden bin
nämlich mit volgendem Kurzfilm, den ich auf einer DVD gefunden habe und der dort eigentlich nur
im Rahmen einer weiterführenden Erlärung auftaucht.
http://de.youtube.com/watch?v=FBlgSeYktB8
Dieses Video gibts im Netz leider nur auf English, aber ich habe den Text übersetzt
weil man die Einzelheiten so doch besser versteht.
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Die Freiheit wird als etwas ganz Selbstverständliches betrachtet, und die kleinen Dinge, die man hat, weiß man gar nicht zu schätzen. Meine Nummer ist DFK6498. Sie steht auf all meinen Unterlagen, seitdem ich mein Leben hier auf der Erde angetreten habe. Zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Ich habe keinen umgebracht und kein Verbrechen begangen. Ich habe keinen Tropfen Alkohol getrunken und keine Zigarette geraucht. Drogen habe ich nie angerührt. Ich bin, was man als 100% ig normal bezeichnet. Trotzdem bin ich in diesem Loch, in meinem ganz persönlichen Gefängnis. Und alles nur wegen diesem Ding, diesem Dämon, mit dem ich mich hier auseinandersetzen muss. Denn seinetwegen bin ich hier. Es ist erstaunlich, wie etwas so Kleines so viel zerstören kann. Das Essen hier ist schrecklich. Das sagen alle. Es ist verblüffend, wieviel ein Mensch ertragen kann, nur um zu überleben.Hier gibt es keine Abwechslung.Keine!
Ich habe die Tendenz mich selbst zu bemitleiden, doch ich werde ständig an die anderen erinnert, die mit mir hier sind. All diese Menschen. Sie sind noch so jung. Ach sie haben kein Verbrechen begangen. Hier drinnen sind sie alle unschuldig. Ich durchlaufe die tägliche Routine. Der Wärter ist immer so pünktlich. Er kommt jeden morgen und fesselt mich an mein Zimmer. Das ist Teil meiner Strafe. Damit muß ich zurechtkommen.
Das ist wie Kryptonit für Superman. Ich hasse es. Ich muß mich immer wieder daran erinnern das es zu meinem Bestem ist. Es ist warscheinlich meine eigene Schuld dass ich hier drin bin. Denn jahrelang habe ich mit dem Schicksal gespielt. Vielleicht spielt es jetzt mit mir. Dann hätte das Schicksal ja seinen Zweck erfüllt.
Ich war einmal so frei. Die Welt war mein Spielplatz der Erdboden meine Arena. Das Schiksal hat mich so sehr bedrängt, das ich mich am Abgrung stehen sehe. Aber springen würde ich nie. Ich lebe für die Menschen, die ich liebe. Denn wenn ich sterbe, werde ich nicht der Betroffene sein, sondern diejenigen die ich zurücklasse.
Das ist warscheinlich der einzige Knast, der seine Türen unverschlossen lässt.
Das ist eine Pein, mit der jeder Gefangene zurechtkommen muss. Doch ich wage es nicht, zu gehen. Nicht einmal der Freiheit wegen.
Das Schlimmste hier drinnen ist, dass die Zeit so unaufhaltsam und doch so langsam vergeht. Eingesperrt zu sein heißt nicht, dass die Zeit stehen bleibt. Wir leben schließlich alle nach der Uhr. Ich lebe auch nach der Uhr aber viel langsamer. Sekunden erscheinen wie Minuten, Minuten wie Stunden, Stunden wie Tage, Tage wie Monate. Es ist so, als würde man vergeblich einem Regenbogen hinterherjagen. Man jagt ihm einfach hinterher. Ich habe herausgefunden, dass es am Besten ist, wenn man schläft,
denn wenn ich schlafe, träume ich. Und wenn ich träume, kann ich mich über die Gefängnismauern erheben. Ich träume davon, dass ich zwischen Lilien erwache. Ich spüre sie in mir, wie das nur geschieht, wenn man alleine ist. Ich träume von den kleinen Dingen, die so schön sind, selbst für die unglücklichsten Menschen.
Ich träume davon, mein flüsterndes Atmen zu hören und achte dabei mehr auf die Funktion, als ich das sonst tue. Ich träume von Dingen, die so schön anzusehen sind, dass es schmerzt. Die Freiheit wid als etwas ganz Selbstverstänliches betrachtet, wenn man die kleinen Dinge, die man hat, nicht zu schätzten weiß. Das schlimmste am Träumen ist, dass man wieder aufwachen muss.
Denn wenn ich aufwache, bin ich immer noch hier.
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Der Grund für Cameron Duncan diesen Film zu drehen war, daß er am 15. Februar 2002 Knochenkrebs
bei ihm diagnostiziert wurde. Der 16-Jährige erhielt damals eine Chemoterapie.
Was ich an diesem Kurzfilm so faszinierend finde ist wie er es schafft die Situation in der er sich befand
so verständlich und mitreisend darzustellen und das in einer Art und Weise die mich sehr beeindruckt.
Cameron war nach dieser Chemoterapie krebsfrei, und konnte sich wieder
seinem Lieblingsport widmen, dem Softball.
Zu diesem Zeitpunkt wurde Peter Jackson, der Regisseur von Herr der Ringe, auf ihn aufmerksam.
Zusammen mit seiner Frau suchte er einen Regisseur für den Werbefilm einer Organspenden
Organisation welche das Paar unterstützte. Neugirig geworden durch die vielen Auszeichnungen
die er als Autor, Darsteller und Regisseur für DFK6498 erhalten hatte, durch den Film selbst und durch andere kleine Projekte die er bis dahin verwirklichen konnte, luden sie Cameron zum Set von HDR ein und waren sofort fasziniert von seinem Wissen über die Materie und seinem Talent.
Während seiner Arbeit an der Organspenden Werbung kehrte der Krebs wieder zurück
und diesmal standen die Heilungschancen allerdings sehr schlecht. Die Ärzte sagten,
daß er noch 2 Monate zu leben hätte und so beendete Cameron seine Arbeit wärend den Therapieversuchen.
http://de.youtube.com/watch?v=6cha4lN6YqY&feature=related
Danach widmete er sich wieder seinem eigenen Projekt einem Kurzfilm mit dem
Titel "Strike Zone". In diesem verarbeitet er sein unfaires Leben mit Hilfe seines Lieblingsspiels.
Während den Dreharbeiten verursachten Metastasen ein Loch in seiner Lunge,
er schaffte es aber trotz der langen und anstrengenden Nachtdreh´s und der
noch andauernden Chemoterapie seinen Film fertigzustellen.
Kurz danach jedoch am 12. November 2003 verstarb Cameron im Alter von 17Jahren.
http://de.youtube.com/watch?v=hCgVf4-1k6w&feature=related
Seine Beerdigung wurde genauso abgehalten wie im Film zu sehen ist.
Er wurde auf dem Hügel beigesetzt sodas er immerwieder die Spiele beobachten kann.
Camerons Eltern verstanden sein letztes Werk als eine Art Anleitung was sie
nach seinem Tod zu tun hatten.
"Ich will nur eins, ich will nicht vergessen werden!" sagt er in seinem Film
und das versuchen sie seitdem zu verwirklichen, weil er keine Chance hatte dies selbst zu schaffen.
Denn so wie ich das sehe hätte Cameron Duncan uns bestimmt ein paar großartige Filme beschert.
Annie Lennox lies sich von seinen Filmen inspirieren und schrieb das Lied
"Into the West" das auch Cameron gewidmet wurde und viele Auszeichnungen gewann.
Es ist das Titellied des dritten Herr der Ringe Films, Die Rückkehr des Königs.
Diese Zeilen gingen mir nicht leicht von der Hand weil ich es wirklich traurig und gemein finde
wie das Schicksal manchmal seinen Lauf nimmt. Aber ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben:
"Man bereut nur die Dinge die man nicht gemacht hat".
In diesem Sinne hoffe ich, daß euch meine kleine Hommage gefallen hat und euch vielleicht irgendwie weiterhilft.
Malin

