Nostalgie-Archiv · Stand 09.01.2017 · nur zum Lesen

Das große Motor Tuning Tutorial!

Möter09.03.2011 17:51
1. Einführung

Nach langem Überlegen ob ich noch mal selber einen Motor bearbeite, der erste Versuch ist kläglich gescheitert, hat mich der bearbeitete Motor von BMW-Heizer wieder ganz heiß gemacht, dass ich mich doch mal wieder ans Werk gemacht hab.

Ich hab mich in letzter Zeit dann sehr Intensiv mit dem Thema beschäftigt und sehr viel Info’s gesammelt. Der Motor den ich dann bearbeitet hab war ein 30,5er RP OBR 4-Bolt Zenoah, der geht wie Malin so schön sagt „wie Drecksau“ und liegt Leistungsmäßig nun auf einem Niveau mit einem 30,5er FullMod OBR 4-Bold Zenoah.

Was mich doch sehr erstaunt hat, wie wenig an den RacePortet Motoren eigentlich gemacht wird, deshalb ist es gar nicht so erstaunlich was man selber noch aus so einem Motor rausholen kann.

An dieser Stelle noch mal ein fettes DANKE an BMW-Heizer für das Dremeln des 29er Motors und das daraus resultierende wiedererweckte Interesse am selber Dremeln und an oxo für die vielen Info’s! Ohne die beiden wäre es mir nicht möglich gewesen dieses Tutorial zu schreiben!

Auch noch ein DANKE an meinen Bruder Lord Helmchen, der mit mir zusammen die ganzen Fotos für dieses Tutorial gemacht hat!

Im Folgenden werde ich sehr ausführlich, mit über 100 Bildern, beschreiben wie man einen Motor selber tunen kann. Wie ihr euren Motor zerlegt und dann wieder zusammenbaut könnt ihr in meinem Tutorial „Großes Motor Tutorial "Wechseln der Lager und Simmerringe"!“ nachlesen.

!Ihr macht das alles auf eigenes Risiko, alles muss mit größter Sorgfalt gemacht werden, der kleinste Fehler wird hart bestraft, also überlegt euch gut ob ihr euren Motor riskieren wollt! Ich übernehme keinerlei Verantwortung für euer Handeln!

Da sehr viel Arbeit und Zeit in diesem Tutorial steckt und ich es EXKLUSIV für dieses Forum geschieben habe wäre ich sehr verärgert wenn es kopiert und in andere Foren oder sonstige Plattformen gestellt wird! Auch das Verlinken möchte ich nicht sehen, wer dieses Tutorial lesen will soll das nur bei uns hier im Forum machen können! Dies gilt auch für alle Bilder dieses Tutorials!

Ich behalte mir jegliche Copyrightrechte vor, Veröffentlichung - auch teilweise - in anderen Foren etc. ist strengstens verboten !
Möter09.03.2011 17:52
2. Der Zweitakt-Motor und seine Funktionsweise

Hier mache ich es mir einfach und stelle ich euch einfach einen Link von Wikipedia rein, dort könnt ihr alles über die Funktionsweise von Zweitaktmotoren nachlesen.

Erklärung Zweitaktmotor Wikipedia

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Möter09.03.2011 17:53
3. Das Tunen/Porten eines Motors im Allgemeinen

Das selber Tunen, oder auch Porten genannt, des Motors ist eine sehr heikle Geschichte und man sollte sich sehr gut überlegen ob man sich das selber zutraut!

Also wenn man sich nun dazu entschlossen hat seinen Motor selber zu Porten, muss man sich Überlegen was man für einen Motor haben will.

Mehr Drehmoment im jetzigen nutzbaren Drehzahlband
Keine Veränderungen an den Steuerzeiten nötig!

Mehr Drehmoment bei gleichzeitig nach oben verschobenem nutzbarem Drehzahlband
Veränderung der Steuerzeiten nötig, kann auch durch eine dünnere Zylinderfußdichtung erreicht werden!

Gleiches Drehmoment bei nach oben verschobenem nutzbarem Drehzahlband
Veränderung der Steuerzeiten nötig, kann auch durch eine dünnere Zylinderfußdichtung erreicht werden!

Eine Veränderung am Motor in Richtung mehr Drehmoment hat zur Folge das dem Motor im oberen Drehzahlbereich Leistung verloren geht, wenn man das nutzbare Drehzahlband nach oben verschiebt, mit Hilfe einer Steuerzeiten Veränderung, geht dem Motor im unteren Drehzahlbereich Drehmoment verloren. Bringt man beides in Einklang so hat man einen Motor der unten raus genug Drehmoment hat aber auch noch sehr schön Ausdreht. Man darf hierbei aber das Resonanzrohr nicht außer Acht lassen, aber hierzu später mehr.

Der wohl einfachste Schritt seinem Motor zu mehr Power zu verhelfen ist ein Resonanzrohr, oder kurz „Reso“, zu montieren. Bei einem Reso werden Gase die durch den Auslass entweichen vom Gegendruck zurück in den Brennraum gedrückt, was eine Leistungssteigerung zur Folge hat. Genaueres zur Gasdynamik eines Zweitaktmotors kann auf HIER auf Wikipedia nachgelesen werden.
Durch die unterschiedliche Form der Reso’s, ist ihre Wirkung auf die Leistungscharakteristik des Motors ebenfalls unterschiedlich. Es gibt Reso’s, z.B. das DDM Dominator oder auch „Heckdom“, welches wohl das meist verwendete Reso in der Baja-Szene ist, die einen Leistungszuwachs nur im unteren Drehzahlbereich bringen, oben raus wird der Motor dann regelrecht zugeschnürt. Wohingegen z.B. die Jetpro Reso’s eher Richtung Leistung im oberen Drehzahlbereich gebaut sind. Sehr beliebt sind momentan die VRC Reso’s die in 3 Verschiedenen Versionen erhältlich sind, „Normal“, „BigBore“ und „Pro“ jeweils als Sidemount und Heckmount Variante. Die Versionen „Normal“ und „BigBore“ funktionieren auch auf nicht geporteten Motoren recht gut und sind sehr gleichmäßig was die Leistungsentfaltung angeht mit einer Tendenz Richtung mehr Leistung im unteren Drehzahlbereich. Bei der „Pro“ Version sieht es ganz anders aus, nur auf einem geporteten Motor wird die wahre Leistung des Reso’s sichtbar, wobei hier die Leistung vom mittleren bis oberen Drehzahlbereich zur Verfügung steht.

Mal ein kurzes Beispiel, bearbeitet man nun seinen Motor in Richtung mehr Drehmoment im jetzigen nutzbarem Drehzahlband, erreicht man z.B. mit dem „Heckdom“ als Reso eine brachiale Leistung im unteren Drehzahlbereich. Fährt man auf diesem Motor aber eine z.B. VRC Sidemount ProPipe wird der Motor in allen Drehzahlbereichen mehr Leistung bekommen, da ja der Motor auf Drehmoment unten raus gemacht ist und so das Leistungsloch der Pipe unten raus ausgeglichen wird. Auf diese Weise kann man ganz gut nachvollziehen wie man den Motor ganz nach seinem Geschmack bearbeiten kann.

Wie auch auf der Auslassseite des Motors durch ein Reso’s, kann man durch Veränderungen an den Bauteilen vor dem Einlass die Leistung bzw. Leistungscharakteristik des Motors verändern.
Direkt am Motor an der Einlassseite ist der „Isolator“ montiert. Wie der Name schon sagt hält der Isolator so viel Hitze wie möglich vom nächsten Bauteil am Ansaugtrakt, dem Vergaser, fern. Es gibt so genannte „Tuning-Isolatoren“ die durch ihre längere Bauweise den gesamten Ansaugweg des Motors verlängern. Eine Verlängerung des Ansaugweges hat immer mehr Drehmoment des Motors zur Folge.
Nach dem Isolator und dem Vergaser kommt als letztes Bauteil des Ansaugtraktes der so genannte V-Stack, auf dem dann letztendlich der Luftfilter montiert wird. Hier gibt es nur ein Tuningteil, mal Selbstbauten ausgenommen, welches wirklich und spürbar die Leistung bzw. Leistungscharakteristik des Motor verändert, nämlich der ']BLUR High Torgue V-Stack . Durch den sehr gut abgestimmten Venturi-Effekt(Link Wikipedia ), verhält sich der Motor viel agiler und gerade die Gasannahme wird spürbar direkter, gerade im unteren Drehzahlbereich.

Diese 3 Schritte, „Reso“ - „Isolator“ - „V-Stack“, sind also die einfachsten Methoden die Leistung seines Motors zu verändern ohne am Motorinneren was zu verändern und somit für jedermann machbar.

Hat einen nun der Ehrgeiz gepackt und man will noch mehr Leistung ohne auf einen fertig getunten Motor zurückzugreifen, bleibt einem nur das selber Porten des Motors. Wie oben schon geschrieben ist das ein heikles Thema bei dem der kleinste Fehler bitter bestraft wird, wie ich selber schon erfahren hab. Also noch mal Überlegt es euch gut ob ihr es riskieren wollt und ich übernehme keinerlei Verantwortung! Dieses Tutorial ist eben für die unter euch die auch mal was riskieren wollen und soll generell helfen den Zweitaktmotor besser zu verstehen!

NOCH EIN BISSCHEN THEORIE!

Ich möchte euch kurz ein paar Sachen zum Motor erzählen, damit ihr im folgenden auch wirklich versteht was ich womit meine.

Damit ihr wisst was das mit den Steuerzeiten auf sich hat und warum man da wenn überhaupt nur sehr wenig ändern sollte, versuche ich das mal zu beschreiben.

Auf dem folgenden Bild seht ihr die Position des Kolbens am unteren Tot -Punkt, kurz UT, rechts den Einlass, links den Auslass und mittig im Zylinder die Überströmerkanäle.



In dieser Position ist der Einlass geschlossen, der Auslass und die Überströmerkanäle hingegen sind geöffnet.

Bewegt sich nun der Kolben Richtung oberen Tot-Punkt, kurz OT, so öffnet sich der Einlass sobald das Kolbenhemd diesen freigibt und es schließen sich die Überströmerkanäle. Es wird nun frisches Gemisch in das Kurbelwellengehäuse, kurz KWG, gesaugt solange sich der Kolben in der Aufwärtsbewegung befindet und natürlich auch erst wenn der Einlass freigegeben wird. Auf dem Weg nach OT schließt der Kolben dann den Auslass und komprimiert das über ihm befindliche Gemisch welches in der Regel kurz vor OT gezündet wird. Steht der Kolben auf OT sieht das wie folgt aus.



Der Einlass ist komplett geöffnet, der Auslass und die Überströmerkanäle sind geschlossen.

Bewegt sich nun der Kolben wieder Richtung UT, wird das frische Gemisch im Kurbelwellengehäuse vor Verdichtet. Als erstes öffnet sich dann der Auslass und die Abgase können entweichen, kurze Zeit später werden die Überströmerkanäle geöffnet und der Einlass geschlossen, nun kann das vor verdichtete frische Gemisch vom Kurbelwellengehäuse nach oben in den Brennraum gespült werden. Ist der Kolben wieder auf UT angekommen sind wir wieder bei der Ausgangsstellung.

Die Steuerzeiten bestimmen also wann was wo offen bzw. geschlossen ist!
- Verändert man die untere Kante des Einlasses bzw. das Kolbenhemd unten auf der Einlassseite, so wird dieser früher geöffnet und ist länger auf, wird aber auch später wieder geschlossen.
- Verändert man die obere Kante der Überströmerkanäle kann das frische Gemisch früher nach oben strömen.
- Verändert man die obere Kante des Auslasses so können die Abgase früher entweichen, aber eben auch mehr frisches Gemisch weil länger geöffnet ist.

Bei Änderungen an den Steuerzeiten verschiebt man das nutzbare Drehzahlband des Motors nach oben weil dadurch die Resonanzdrehzahl des Motors verändert wird! Einfach gesagt der Motor dreht höher aus und hat mehr Leistung/Drehmoment oben raus, verliert aber an Leistung/Drehmoment unten raus!

Um mehr Drehmoment zu bekommen muss man dafür sorgen, dass mehr Gemisch durch den Motor strömen kann. Also muss der Einlass größer werden, die Überströmerkanäle müssen dann ebenfalls größer werden und der Auslass natürlich auch. Hierbei muss man aber eben sehr darauf achten die Steuerzeiten nicht zu verändern, sprich Ein- und Auslass und auch die Überströmerkanäle dürfen nur seitlich vergrößert werden!

Das mit den Steuerzeiten habe ich jetzt nur sehr leicht angeschnitten, dass Thema ist so komplex das ich dazu später noch ein eigenes Tutorial zu diesem Thema schreibe. Weiter unten werde ich das aber noch ein klein bisschen genauer anschneiden und auch Beispiele nennen, damit ihr wisst warum ihr auf keinen Fall die Steuerzeiten verändern dürft, außer ihr wisst genau was ihr macht.

Nun noch kurz ein paar Worte zum Gasstrom im inneren des Motors:
Sehr wichtig für die Leistungsentfaltung des Motors ist es das der Motor sehr gut mit dem frischen Gemisch „ausgespült“ wird und so wenig wie möglich Abgase im Motor zurück bleiben. Das zu zündende Gemisch sollte also möglichst „rein“ sein, sprich so wenig wie möglich Abgase enthalten.
Um das zu erreichen müssen wir dafür sorgen das das nach oben strömende Gemisch den Brennraum möglichst gut ausspült, indem man den Weg des Gasstromes entsprechend verändert erreicht man genau dies. Wird frisches Gemisch nach oben gedrückt, entweicht ja auch ein Teil durch den Auslass, das dann durch den Gegendruck des Reso’s wieder zurück in den Brennraum gedrückt wird. Somit erhöht sich auch die Füllung des Brennraumes und das frische Gemisch wird Richtung Zündkerze nach oben gedrückt. Ist nun die Füllung des Brennraumes besser und vor allem das darin befindliche Gemisch „reiner“, wird bei der Zündung mehr Energie freigesetzt und die Leistung des Motors erhöht sich entsprechend. Deshalb bewirkt auch ein Reso eine Leistungssteigerung.

Im Folgenden werde ich jeden Schritt sehr genau beschreiben und auch Bilder zu den jeweiligen Schritten zeigen um möglichst anschaulich erklären zu können was man alles machen kann. Wichtig ist, man muss nicht alles machen was ich beschreibe, man sollte vielleicht am Anfang kleinere Schritte machen und sich nach und nach steigern.

Zuerst werde ich ein „Grundtuning“ erklären, was dann zusätzlich noch verfeiert werden kann um eben noch ein klein bisschen mehr Leistung zu bekommen, wobei das dann natürlich auch ein größeres Risiko mit sich bringt.

Als „Opfer“ habe ich mir einen Zenoah G270 ausgesucht und werde euch an diesem Motor das Porten ein ‚bisschen“ näher bringen.

Beginnen wir mit den benötigten Werkzeugen…

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Möter09.03.2011 17:54
4. Die Werkzeuge/Hilfsmittel

Eines Vorweg, dass wichtigste Werkzeug/Hilfsmittel wenn man das so nennen kann ist eine SCHUTZBRILLE :!: Da beim Fräsen sehr viele kleine Aluminiumspäne durch die Luft fliegen ist es nicht sehr ratsam ohne Schutzbrille zu arbeiten, denn so ein Span im Auge macht erstens keinen Spaß und ist zweitens auch gefährlich!
:!: SAFETY FIRST :!:

Das wir ja an den Motorteilen Material mittels Fräsen entfernen, brauchen wir natürlich einen Dremel oder Proxxon und wie sie alle heißen mit 3mm Aufnahme. Es gehen selbstverständlich auch günstige Geräte, man sollte nur darauf achten das die Drehzahl einstellbar ist da dies sehr wichtig ist um die Fräser nicht zu beschädigen oder zu verschmieren und natürlich auch um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Da die Motorteile ja aus Aluminium sind, benötigt man Fräser die sich für Aluminium eignen, ich benutze solche Wolfram-Karbid Fräser und bin sehr zufrieden damit.


  • kleine Kugelform
  • große Kugelform
  • kleine Tropfenform
  • große Tropfenform
  • kleine Zylinderform
  • große Zylinderform
  • kleine Zylinderform
  • große Zylinderform
Man benötigt von den 6 Formen um den Motor zu bearbeiten im Prinzip nur 4, die große Kugelform, die kleine und große Tropfenform und die kleine oder große Zylinderform. Bei der Zylinderform ist es Geschmackssache welche Größe man verwendet, mir ist die kleinere Form deutlich lieber.

Man sollte hin und wieder, auch zwischen den einzelnen Schritten, das zu bearbeitende Teil von den Fräsespänen befreien. Erstens weil man dann die Markierungen besser sieht und zweitens verkleben bzw. verschmieren dann die Fräser nicht so schnell. Hierzu kann man Druckluft verwenden oder einen kleinen Pinsel.

Des Weiteren benötigt man einen 1,5mm Bohrer und einen Körner, wenn man es machen will, für die Ölkanalbohrungen, näheres hierzu und eine Erklärung wozu diese Kanäle benötigt werden folgt später.

Da wir auch teilweise Material mit Beschichtung wegnehmen, müssen die entstandenen Kanten dann mit einem feinen Schleifpapier gebrochen werden damit der Kolben auch wieder sauber im Zylinder läuft.

Um das Kurbelwellengehäuse dann an den veränderten Zylinder anzupassen, benötigt man noch 4 M5 x 30 Madenschrauben um sich unnötige Arbeit zu sparen, wieso und weshalb werde ich später Erklären.

Um die Flächen die man mit den Fräsern bearbeitet hat zu polieren haben sich so genannte Silikonpolierer sehr bewährt. Diese gibt es in sehr vielen verschiedenen Ausführungen und Größen, wie auch bei den Fräsern in Zylinderform entscheidet auch hier der persönliche Geschmack. Meine Empfehlung wäre ein Set in dieser Form HIER, da ist alles dabei was man braucht. Um die Fräser hin und wieder zu säubern sollte man auch noch ne Drahtbürste zur Hand haben.

Da man ja teilweise doch recht große Veränderungen am Motor vornimmt, müssen natürlich auch die Dichtungen angepasst werden. Hierzu empfiehlt sich eine sehr scharfe und kleine Nagelschere bzw. etwas Vergleichbares.

Um verschiedene Markierungen an den Motorteilen zu machen, um zu Wissen wie weit bzw. tief man an den verschiedenen stellen Fräsen kann bzw. darf benötigen wir noch einen wasserfesten Stift mit dünner Spitze.

Zum Reinigen der Motorteile kann man Bremsenreiniger oder Waschbenzin verwenden, um zwischendurch mal die Späne zu entfernen kann man Druckluft verwenden, wenn vorhanden, oder einen kleinen Pinsel.

Also fassen wir noch mal alle benötigten Werkzeuge/Hilfsmittel in einer Liste zusammen:

!!! Schutzbrille !!!
Minibohrmaschine (z.B. Dremel oder Proxxon)
Fräser Set(wie oben beschrieben)
Drahtbürste
1,5mm Bohrer
Körner
feines Schleifpapier
Tesafilm
kleiner Schraubendreher
kleinen Pinsel oder Druckluft
4 M5 x 3 Madenschrauben
Silikonpolierer
Nagelschere oder ähnliches
Stift (wasserfest mit dünner Spitze)
Bremsenreiniger, Waschbenzin oder Azeton

Hat man dies alles kann es auch schon losgehen…

:!: :!: :!: :!: :!:
Eines möchte ich noch loswerden, nehmt euch Zeit denn es bringt hier absolut nichts schnell schnell zu machen, so erzielt man kein gutes Ergebnis und die Gefahr das man etwas falsch macht ist sehr viel höher! Macht auch mal Pause, ihr werdet sehr schnell merken dass man sehr schnell verkrampft und dann geht sicher was schief!
:!: :!: :!: :!: :!:

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Möter09.03.2011 17:57
5. Der Zylinder

Fangen wir also mit dem Bearbeiten des Zylinders an. Ich werde die Bearbeitung in mehrere Schritte unterteilen und beschreiben was der jeweilige Schritt für Auswirkungen hat. Wie viel man dann am Zylinder bearbeiten will kann man dann selber entscheiden, je nach dem wie viel Leistung man rauskitzeln will und wie viel Risiko man bereit ist ein zu gehen.

Zuerst mal Bilder wie ein unbearbeiteter Zylinder aussieht, hier zu sehen das innere des Zylinders.


Hier die beiden Überströmerkanäle


Hier der unbearbeitete Einlass


Hier der unbearbeitete Auslass



5.1: Bearbeiten des Einlasskanals

Auswirkungen:
Durch das Bearbeiten bzw. Vergrößern des Einlasskanals kann mehr Gemisch in der gleichen Zeit in den Motor strömen, wodurch sich eine Leistungssteigerung über das jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt ergibt.

Auf dem Bild hier ist der unbearbeitete Einlasskanal zu sehen. Der kleine Steg oben im Kanal verhindert dass der Kolbenring sich zu sehr entspannt und dann an der oberen Kante des Einlasskanals hängen bleibt, was einen kapitalen Motorschaden zur Folge hat. Dieser kleine Steg darf also keinesfalls entfernt werden!



Zuerst sollte man sich die Steuerzeiten markieren um zu verhindern dass man im Eifer des Gefechts doch zu viel an der ein oder anderen Stelle wegfräst. Man darf auf keinen Fall, es sei denn man kennt sich damit richtig gut aus, auf gut Glück die Steuerzeiten im Motor verändern. Also Markieren wir uns die obere und untere Kante des Einlasskanals im inneren des Zylinders. Hierzu kann man den Kolben nehmen, auf die entsprechende Stelle schieben und dann am Kolbenhemd einen Strich ziehen, oder man verwendet wie ich hier eine auf das entsprechende Maß zugeschnittene Plastikkarte. Hat man beide Steuerzeiten, obere und untere Kante des Einlasskanals, markiert sieht das wie Folgt aus und es kann weitergehen.


Beginnen wir also mit der Bearbeitung des Einlasskanals, dazu nehmen wir den Fräser Nr. 5 (kleine Zylinderform). Wie oben schon kurz angesprochen ist es eminent Wichtig das die Steuerzeiten nicht verändert werden, man darf also auf keinen Fall, weder oben noch unten, im Einlasskanal über die Markierung der Steuerzeiten fräsen. Was man aber machen kann ist den Einlass seitlich um 1-2mm zu vergrößern bzw. in die Breite ziehen. Dazu taucht man wie hier auf dem Bild zu sehen von vorne in den Einlasskanal ein und beginnt Vorsichtig den Kanal zu den Seiten hin zu vergrößern.



Hat man den Einlasskanal nun seitlich vergrößert und sich an die Steuerzeitenmarkierung herangetastet sollte das wie auf dem Bild hier aussehen.



Nun muss der Einlasskanal im gesamten natürlich noch an die an der Innenseite vorgenommenen Veränderungen angepasst werden, hierzu ebenfalls Fräser Nr. 5 verwenden. Damit das, den Kanal druchströmende, Gemisch möglichst ungehindert und gleichmäßig fließen kann sollte eben der Einlasskanal eine durchgänig gleiche Form haben. Also wird nun von außen der Kanal so bearbeitet das er eine, auf ganzer Länge, gleichmäßige Form hat. Hierbei unbedingt darauf achten das man nicht aus versehen die Steuerzeiten ändert! Das ganze sollte dann wie Folgt aussehen wenn man fertig ist.



Da wir ja den Einlasskanal zu den Seiten hin vergrößert haben und damit auch Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu wickelt man am besten ein kleines Stück Schleifpapier um einen Schraubendreher und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!



Hier noch mal ein Vergleich einen unbearbeiteten zu einem geporteten Einlasskanal.




Nun sind wir mit dem Einlasskanal fertig und können mit dem nächsten Schritt fortfahren.


5.2: Bearbeiten der Überströmerkanäle

Wir haben ja nun mit der Bearbeitung des Einlasskanals dafür gesorgt, dass mehr Gemisch in den Motor strömen kann also müssen wir nun auch dafür sorgen das der Motor dieses vergrößerte Gemischvolumen auch verarbeiten kann. Hierzu muss man das Motorinnere, sprich die Überströmerkanäle, anpassen was ich in den folgenden Schritten erklären werde.


5.2.1: Kürzen des Steges in den Überströmerkanälen

Auswirkungen:
Durch das kürzen der Stege in den Überströmerkanälen wird mehr Raum für das nach oben strömende Gemisch geschaffen und durch das anschließende Abschrägen wird der Gasstrom zusätzlich noch beruhigt so das keine Verwirbelungen entstehen. Das hat eine Leistungssteigerung zur Folge weil eben mehr Gemisch in der gleichen Zeit nach oben in den Brennraum strömen kann, man erhält so also mehr Leistung/Drehmoment über das jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.

Wie auf dem Bild hier zu sehen steht in der Mitte der Überströmerkanäle ein Steg. Dieser Steg verhindert dass sich der Kolbenring soweit entspannen kann, dass er nicht mehr richtig im Zylinder läuft und möglicherweise an einer Kante der Überströmerkanäle oder am Ein- bzw. Auslass hängen bleibt und einen kapitalen Motorschaden verursacht.



Also können wir diesen Steg nicht komplett entfernen, allerdings ist es kein Problem den Steg um 1cm, von der Dichtfläche aus gemessen, zu kürzen. Also Zeichnen wir uns auf beiden Seiten auf dem Steg diesen 1cm an bis wo hin wir ihn kürzen.



Dann nehmen wir den Fräser Nr. 6 (große Zylinderform) und beginnen Vorsichtig den Steg zu kürzen. Man muss unbedingt darauf achten die Beschichtung im Zylinder nicht zu beschädigen, gerade wenn man mit der Drehrichtung des Fräsers arbeitet kann es sehr schnell passieren, dass einem der Fräser plötzlich greift und unkontrolliert „abhaut“.
Hier ein paar Bilder auf denen zu sehen ist wie der Steg Schritt für Schritt gekürzt wird.




Hat man den Steg, wie auf dem letzten Bild zu sehen, bis zur Markierung und bis zu hinteren Fläche der Überströmerkanälen gekürzt ist der erste kleine Schritt geschafft.

Würde man es nun so lassen, würden die nach oben in den Brennraum strömenden Gase auf die Fläche am Ende des gekürzten Steges treffen. Dadurch würden Verwirblungen entstehen die den Gasstrom negativ beeinflussen und somit auch die Leistung des Motors verringern.

Um das zu verhindern müssen die beiden Stege, jeweils auf der Seite zum Einlass hin, abgeschrägt werden. Dazu nimmt man den Fräser Nr. 3 (kleine Tropfenform) und fängt Vorsichtig an wie auf dem Bild hier zu sehen den Steg abzuschrägen.



Um eben den Gasstrom so wenig wie möglich zu beeinflussen bzw. zu bremsen, sollte man die Stege jeweils so weit abschrägen, dass eine richtig scharfe Kante entsteht(roter Kreis). Zu dünn sollte man den Steg aber auch nicht machen da er so an Stabilität verliert und möglicherweise brechen oder verbiegen kann. Hierbei kann man sehr leicht abrutschen und die Beschichtung beschädigen, also sehr Vorsichtig arbeiten! Hier auf dem Bild ist zu sehen wie der Steg dann aussehen sollte.



Da wir ja auch hier Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu ein kleines Stück Schleifpapier klebt es sich mit Tesafilm auf den Finger und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!



Hier nun noch mal ein Vergleich zum unbearbeiteten Steg.




5.2.2: Das Bearbeiten der Überströmerkanäle

Auswirkungen:
Indem man die Überströmerkanäle vergrößert schafft man, wie auch bei dem kürzen des Steges, einfach mehr Raum für das nach oben strömende Gemisch. Das hat eine Leistungssteigerung zur Folge weil eben mehr Gemisch in der gleichen Zeit nach oben in den Brennraum strömen kann, man erhält so also mehr Leistung/Drehmoment über das jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.

So sehen die Überströmerkanäle ja nach dem kürzen der Stege aus.



Hier werde ich nun beschreiben wie man die Überströmerkanäle bearbeiten wenn man den Motor normal Porten möchte, für die die es dann noch ein bisschen mehr auf die Spitze treiben wollen werde ich später noch näher eingehen.

Da man hier nicht auf die Steuerzeiten achten muss, werden auch keine Markierungen benötigt.

Für diesen Schritt brauchen wir Fräser Nr. 4 (große Tropfenform) und Fräser Nr. 6 (große Zylinderform). Wir werden erst die beiden Kanäle bearbeiten die dem Einlass zugewandt sind, auf dem Bild die die markiert sind.



Man nimmt erst den Fräser Nr. 6 und nimmt auf der gesamten Fläche des Kanals Material weg, wie viel genau kann man schlecht sagen dass ist eher Gefühlssache.



Dann Fräst man in Richtung der zwei Pfeile die auf diesem Bild zu sehen sind, aufpassen dass man nicht auf die Beschichtung rutscht. Wenn es dann so aussieht wie auf dem 2ten Bild ist das auch geschafft..



Nun bearbeiten wir die Kanäle die dem Auslass zugewandt sind, auf dem Bild die die markiert sind.



Zuerst gleicht man hier die Flächen des Kanal an die Flächen des daneben liegenden Kanals an, auch der Bereich über dem Steg muss an die Flächen der Kanäle angepasst werden so das alles das gleich Niveau haben. Nach dem anpassen der Kanäle sieht es wie folgt aus.



Nun brauchen wir Fräser Nr. 4. Nun Fräst man in Richtung der beiden Pfeile die auf folgendem Bild zu sehen sind. Am oberen Ende des Kanals kippt man den Fräser leicht um eine gleichmäßige Fläche ohne Kanten zu bekommen. Auch hier aber wieder aufpassen das man die Beschichtung nicht beschädigt, vor allem beim kippen des Fräsers an der oberen Kante aufpassen! Sieht das ganze dann aus wie auf dem zweiten Bild zu sehen ist auch dies geschafft.



Weiter geht es mit dem heikelsten Teil der Zylinderbearbeitung.


5.2.3: Das Fräsen der so genannten „Eye-Cuts“

Auswirkungen:
Mit den so genannten „Eye Cuts“ wird dafür gesorgt, dass mehr Gemisch schneller und Zielgerichteter nach oben in den Brennraum strömen kann. Da das Gemisch dann mehr Richtung Einlass gerichtet nach oben strömt, geht durch den Auslass nicht so viel frisches Gemisch verloren. Im Gegenteil es werden dadurch mehr Abgase Richtung Auslass gedrückt und somit steht bei der nächsten Zündung mehr frisches Gemisch zur Verfügung, sprich die Spülung im Motor ist effektiver. Das hat natürlich auch wieder mehr Leistung/Drehmoment über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt zur Folge.

Hier ein Bild der Überströmerkanäle ohne „Eye Cuts“.



Ich hab es ja oben schon kurz erwähnt, dass ist mit Abstand der heikelste Schritt den man beim Porten eines Motors vor nimmt. Der kleinste Fehler, die kleinste Unachtsamkeit werden bei diesem Schritt noch viel mehr bestraft als anderswo, rutscht man einmal ab ist die Beschichtung beschädigt und der Zylinder somit unbrauchbar. Gerade bei dem „Eye Cut“ wo man mit der Drehrichtung des Fräsers arbeitet, muss man höllisch aufpassen das einem der Fräser nicht schlagartig greift und „abhaut“. Wenn man alte Zylinder daheim rum liegen hat, sollte man gerade diesen Schritt üben so oft es geht!

Auch hier müssen die Steuerzeiten beachtet und angezeichnet werden, da man diese hier, genau wie beim Einlasskanal nicht verändern sollte. Man muss sich eine Linie auf der Höhe der oberen Kante der Überströmerkanäle machen. Der „Eye Cut“ darf auf keinen Fall nach oben über diese Linie hinausgehen, weil man somit die Steuerzeiten verändern würde. Die "Eye Cuts" sollten optimaler Weise im 60° Winkel zur Einlassachse stehend gefräst werden, damit dass Gemisch optimal in den Brennraum strömen kann!



Dann sollte man sich auch noch anzeichnen wie weit man den „Eye Cut“ nach innen ziehen will. Ich würde nicht mehr als 3mm nach innen gehen, also hab ich es auch so angezeichnet wie auf folgendem Bild zu sehen.



Fangen wir nun also an, wir benötigen für diesen Schritt Fräser Nr. 2 (große Kugelform), außerdem empfehle ich zur Beruhigung der Nerven ein Stamperl Schnaps (vorzugsweise „151“ Die Kenner unter euch wissen was gemeint ist :winki: ). Man setzt also bei den Überströmerkanälen an wie auf dem Bild zu sehen.



Dann Fräst man langsam, vorsichtig und ohne großen Druck nach und nach den „Eye Cut“ in den Zylinder. Man sollte auch nicht zu tief Fräsen, so ca. 1,5mm tief an der im folgenden Bild markierten Stelle reichen vollkommen aus und man läuft nicht Gefahr das man sich eine Loch in die Zylinderwand fräst.



Ist man mit beiden „Eye Cuts“ fertig sieht der Zylinder innen aus wie auf folgendem Bild zu sehen.



Da wir ja auch hier Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu nimmt man ein kleines Stück Schleifpapier, klebt es sich mit Tesafilm auf den Finger und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!



Hat man die „Eye Cuts“ ohne abrutschen oder sonstige Beschädigungen am Zylinder geschafft kann man schon ein bisschen stolz auf sich sein.


5.3: Der Auslasskanal

Auswirkungen:
Hier gilt das gleiche wie beim Einlasskanal, bearbeitet bzw. vergrößert man den Auslasskanal kann der Motor, die bei der Verbrennung entstandenen Abgase schneller und leichter loswerden. Auch mit diesem Schritt erhält man mehr Leistung/Drehmoment über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.

Da wir ja den Einlasskanal sowie die Überströmerkanäle so bearbeitet haben, dass mehr Gemisch in der gleichen Zeit durch den Motor strömen kann muss nun auch der Auslasskanal entsprechend angepasst werden. Auf dem Bild hier zu sehen der unbearbeitete Auslasskanal.



Zuerst sollte man auch hier die Steuerzeiten markieren um zu verhindern dass man im Eifer des Gefechts doch zu viel an der ein oder anderen Stelle wegfräst. Man darf auf keinen Fall, es sei denn man kennt sich damit richtig gut aus, auf gut Glück die Steuerzeiten im Motor verändern. Also Markieren wir uns die obere und untere Kante des Auslasskanals im inneren des Zylinders. Hierzu kann man den Kolben nehmen, auf die entsprechende Stelle schieben und dann am Kolbenhemd einen Strich ziehen, oder man verwendet wie ich hier eine auf das entsprechende Maß zugeschnittene Plastikkarte. Hat man beide Steuerzeiten, obere und untere Kante des Auslasskanals, markiert sieht das wie folgt aus und es kann weitergehen.



Beginnen wir also mit der Bearbeitung des Auslasskanals, dazu nehmen wir den Fräser Nr. 5 (kleine Zylinderform). Wie oben schon kurz angesprochen ist es eminent Wichtig dass die Steuerzeiten nicht verändert werden, man darf also auf keinen Fall, weder oben noch unten, im Auslasskanal über die Markierung der Steuerzeiten fräsen. Was man aber machen kann ist den Auslass seitlich um 1-2mm zu vergrößern bzw. in die Breite ziehen. Dazu taucht man wie hier auf dem Bild zu sehen von hinten in den Auslasskanal ein und beginnt Vorsichtig den Kanal zu den Seiten hin zu vergrößern.



Hat man den Auslasskanal nun seitlich vergrößert und sich an die Steuerzeitenmarkierung herangetastet sollte das wie auf dem Bild hier aussehen.



Nun muss der Auslasskanal im gesamten natürlich noch an die an der Innenseite vorgenommenen Veränderungen angepasst werden, hierzu ebenfalls Fräser Nr. 5 verwenden. Damit das, den Kanal durchströmende, Gemisch möglichst ungehindert und gleichmäßig fließen kann sollte eben der Auslasskanal eine durchgehend gleiche Form haben. Also wird nun von außen der Kanal so bearbeitet das er eine, auf ganzer Länge, gleichmäßige Form hat. Hierbei unbedingt darauf achten das man nicht aus versehen die Steuerzeiten ändert! Das ganze sollte dann wie Folgt aussehen wenn man fertig ist.



Da wir ja den Auslasskanal zu den Seiten hin vergrößert haben und damit auch Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu wickelt man am besten ein kleines Stück Schleifpapier um einen Schraubendreher und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!




5.4 Polieren und Reinigen

Damit auch hier so wenig wie möglich Verwirbelungen im Gasstrom entstehen, sollte man die Flächen mit den Silikonpolierern polieren. Aber Vorsicht, nicht zu sehr polieren, das würde dazu führen das sich kleine Tröpfchen auf der polierten Fläche bilden an denen sich das Gemisch verwirbelt und der Gasstrom gestört wird, was wiederum zu Leistungseinbussen führt.

Fertig poliert sieht das ganze dann so aus.





Nach dem polieren reinigen wir den Zylinder sehr sorgfältig mit einem Pinsel und mit Bremsenreiniger, Waschbenzin oder Geschirrspühlmittel(plus heißes Wasser), so das alle Späne und Verunreinigungen die während des Bearbeitens entstanden sind entfernt werden. Das sollte man wirklich sehr Gründlich durchführen da jeder kleine Span den wir übersehen zu einem Motorschaden führen kann!

Zum Schluss nun noch mal ein Vergleich aller bearbeiteten Stellen zu den Originalen.









Nun sind wir mit dem Zylinder fertig, weiter geht es mit der Isolatordichtung und dem Isolator...

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Möter09.03.2011 17:58
6. Die Isolatordichtung und der Isolator

Auswirkungen:
Durch die Veränderungen am Isolator und seiner Dichtung sorgen wir dafür dass mehr Gemisch in den Zylinder strömen kann. Auch werden durch die Veränderungen die Verwirbelungen im Gasstrom minimiert und somit erreicht man auch hierdurch mehr Leistung/Drehmoment über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.


6.1 Anpassen der Isolatordichtung

Da wir ja den Einlasskanal am Zylinder vergrößert haben, müssen wir jetzt natürlich auch die Isolatordichtung an den geänderten Einlasskanal anpassen. Hier ist die unveränderte Dichtung zu sehen.



Wir nehmen uns hier zwei der M5 x 30 Madenschrauben zu Hilfe, diese schrauben wir in die Bohrungen am Zylinder wie hier zu sehen.



Dann können wir dort die Dichtung aufstecken und sie solange anpassen bis die genau auf den Einlasskanal passt, hierzu verwenden wir die Nagelschere. Aber VORSICHT, die Dichtung nicht drehen(am besten mit einem Punkt markieren) sonst passt sie nicht richtig und man nimmt an machen Stellen zuviel weg. Dadurch kann es passieren, dass die Dichtung nicht mehr sauber abdichtet und Dreck in den Motor gesaugt werden kann! Hat man die Dichtung fertig auf den Einlasskanal angepasst sieht das wie folgt aus.




6.2 Anpassen des Isolators

Wie auch die Dichtung, müssen wir natürlich auch den Isolator auf den geänderten Einlasskanal anpassen. Die Madenschrauben helfen uns auch hierbei, so können wir den Isolator immer leicht auf den Zylinder stecken und schauen ob er passt. Auch hier VORSICHT, den Isolator nicht drehen(am besten markieren) sonst passt er nicht richtig wenn man ihn bearbeitet hat.



Nun schauen wir von innen in den Einlasskanal, einmal von oben wie hier zu sehen, da sehen wir die obere Kante des Isolators die übersteht.



Und einmal durch den Auslasskanal, wie hier zu sehen dort sehen wir dann die untere Kante des Isolators die übersteht.



Nun nehmen wir Fräser Nr. 3 (kleine Tropfenform) und passen den Isolator nach und nach an den Einlasskanal an. Wichtig ist das keine Kante stehen bleibt an der sich das Gemisch verwirbeln kann, also langsam nach und nach anpassen. Ist dies geschehen sieht das von innen wie folgt aus.



Dann machen wir den Isolator innen noch schön glatt, aber ohne die Kanten, weder auf Zylinder noch auf Vergaserseite, zu verändern. Ist der Isolator fertig bearbeitet sieht er wie folgt aus.



Weiter geht’s jetzt mit der Zylinderfußdichtung…

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Möter09.03.2011 17:59
7. Die Zylinderfußdichtung

Auswirkungen:
Durch die Anpassung der Dichtung an den bearbeiteten Zylinder verhindert man dass die Dichtung innen übersteht und somit den Gasstrom verwirbelt. Wenn der Gasstrom hier nicht verwirbelt wird strömt es besser und leichter nach oben in den Brennraum wodurch auch hier eine Leistungssteigerung über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt erreicht wird.

Da der Zylinder ja nun bearbeitet ist muss natürlich auch die Zylinderfußdichtung entsprechend angepasst werden. Hier noch mal ein Vergleich, links der unbearbeitete rechts der bearbeitete Zylinder.



Würde man nun einfach eine normale Dichtung verwenden würde diese jetzt innen überstehen, da wir ja die Überströmerkanäle vergrößert haben, und somit den Gasstrom stören bzw. verwirbeln, was sich wiederum negativ auf die Leistung des Motors auswirkt.

Zuerst aber stellt sich ja die Frage, welche Dichtung verwenden wir überhaupt? Es gibt verschiedene Materialien aus denen Dichtungen für unsere Motoren hergestellt werden.

Papierdichtungen (meistens blau oder grün)
Gummidichtungen (schwarz)
Kupferdichtungen
Stahldichtungen

Die Gummidichtungen können wir aber auch gleich wieder aus der Auswahl streichen, die Gefahr dass es diese Dichtungen rausdrückt ist einfach zu groß! Von Stahldichtungen hab ich noch nicht so viel gehört bzw. gelesen also lassen wir auch diese weg.

Bleibt also nur noch die Wahl zwischen Papier- oder Kupferdichtungen, welche man nun nimmt bleibt einem selbst überlassen. Kupferdichtungen haben halt den Vorteil dass sie beim Verschrauben nicht zusammen gedrückt werden wie die Papierdichtungen. Wird eine Papierdichtung zusammen gedrückt muss das ja irgendwo hin, zu den Seiten ist Platz und dahin drückt es die Dichtung dann auch. An diesen dadurch entstehenden Kanten verwirbelt sich dann das Gemisch.

Ich werde bei diesem Motor trotzdem eine Papierdichtung verbauen, die Zylinderfußdichtungen sollten immer verklebt z.B. mit Hylomar M so wie ich es in meinem anderen Tutorial, „Großes Motor Tutorial "Wechseln der Lager und Simmerringe"!“ , beschrieben habe.

Hat man sich nun entschieden aus welchem Material die Dichtung sein soll, steht schon die nächste Frage im Raum, wie dick sollte die Dichtung sein? Da wird es jetzt wieder ein bisschen spezieller, denn die dicke der Dichtung ist nicht so unwichtig wie man zuerst denkt! Die Dichtungen gibt es in den dicken 0,05 – 1,00mm je nach Material. Um zu veranschaulichen was die dicke der Dichtung ausmacht, hier zwei Skizzen.



Links der Motor mit einer 0,05 Kupferdichtung und rechts der Motor mit einer 1,00mm Kupferdichtung, der Kolben steht jeweils auf OT. Wie zu sehen ist der Squish(Raum zwischen Kolben und Zylinder bei Kolben OT) bei dem Motor mit der 0,05mm Dichtung wesentlich geringer als bei dem mit der 1,00mm Dichtung. Das kommt davon weil der Kolben OT bei Verwendung einer dünneren Dichtung weiter nach oben wandert.
Also verändern wir mit der dicke der Dichtung folgendes, Squish und sowohl Ein- Aus- und Überströmer Steuerzeiten und jetzt wird’s richtig kompliziert. Umso geringer der Squish ist umso höher die Kompression des Motors, allerdings sollte der Squish nicht geringer als 0,4mm sein, dass ist dann eher ungesund für den Motor. Eine höhere Kompression bewirkt einen besseren Wirkungsgrad des Motors und somit mehr Leistung/Drehmoment. Aber wir ändern ja auch die Steuerzeiten leicht wenn wir die dicke der Dichtung variieren, dass muss also alles irgendwie zusammenpassen um das Maximale aus dem Motor raus zu holen. Das ist hier an dieser Stelle erstmal zu kompliziert, wir beschränken uns zuerst mal auf den Squish und vernachlässigen die Veränderungen der Steuerzeiten.
Einfach ausgedrückt will man „nur“ im Gesamten, jetzigen nutzbaren Drehzahlband, mehr Leistung/Drehmoment haben sollte man dieselbe dicke der Dichtung verwenden die auch eingebaut war, normalerweise sind das 0,5mm Dichtungen. Will man aber direkt auf Drehmoment unten raus gehen und kann damit leben das sich das nutzbare Drehzahlband leicht nach unten verschiebt, sollte man mit der dicke der Dichtung so lange experimentieren bis man einen Squish von ca. 0,4 erreicht. Eine Aussage treffen welche Dichtung zu welchem Motor passt ist leider nicht so einfach möglich da kein Motor dem anderen gleicht.

Haben wir also unsere Dichtung gefunden bzw. uns für eine Dichtung entschieden geht’s ans anpassen selbiger, dazu nehmen wir die kleine Nagelschere(bei Papierdichtungen) oder den Dremel(bei Kupferdichtungen). Wir legen also die Dichtung auf den Zylinder wie auf dem Bild zu sehen und passen diese dann an den Zylinder an.



Bei Papierdichtungen sollte man etwas mehr Wegnehmen da diese sich ja wie geschrieben beim Verschrauben quetschen, bei Kupferdichtungen ist dies nicht notwendig das diese sich eben nicht quetschen. Ist die Dichtung angepasst sieht das dann wie folgt aus.



Squish Messen

Um den Squish zu messen sollt der Motor entweder im Baja oder auf einen externen Motorhalter verschraubt sein. Nun entfernt man die Zündkerze, biegt ein ca. 10cm langes Stück dünnen weichen Lötdraht auf der einen Seite ca. 2cm im 90Grad Winkel ab, steckt den Lötdraht mit der abgebogenen Seite in die Zündkerzenöffnung so dass die 2cm oben am Brennraum anliegen. Nun dreht man den Motor durch, je nach Squish geht das mit drehen am Lüfterrad oder mit dem Seilzugstarter. Der Lötdraht sollte nun an dem 2cm langen abgebogenen Stück zusammengequetscht sein, dieses Maß ist der Squish oder auch die Quetschkante eures Motors.

Weiter geht es jetzt mit dem Kurbelwellengehäuse…

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Möter09.03.2011 18:00
8. Das Kurbelwellengehäuse

Hier hat man nicht ganz so viel zu tun wie am Zylinder, aber das anpassen des Kurbelwellengehäuses an den geporteten Zylinder ist dennoch Zeitraubend. Hier ein paar Bilder eines unbearbeiteten Kurbelwellengehäuses.




8.1 Anpassen an den bearbeiteten Zylinder

Auswirkungen:
Hiermit sorgt man auch dafür dass mehr Gemisch durch den Motor fließen kann bzw. vom Kurbelwellengehäuse nach oben in den Brennraum, somit erreicht man auch hierdurch mehr Leistung/Drehmoment über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.

Man muss natürlich wissen wo man das Kurbelwellengehäuse an den Zylinder anpassen muss. Hierzu nehmen wir uns die zuvor an den Zylinder angepasste Dichtung zur Hilfe. Zuerst dreht man die 4 M5 x 30 Madenschrauben in die Gewinde mit denen normalerweise der Zylinder auf dem Kurbelwellengehäuse befestigt wird.



Dann steckt man beide hälften des Kurbelwellengehäuses zusammen und legt die geänderte Dichtung auf, wie hier zu sehen.



Nun sieht man die hier auf dem Bild markierten Stellen an denen das Kurbelwellengehäuse an den Zylinder angepasst werden muss. Diese Stellen markieren wir uns!



Beginnen wir nun mit dem anpassen des Kurbelwellengehäuses, hierzu benötigen wir die Fräser Nr. 1 (kleine Kugelform) und Fräser Nr. 4 (große Tropfenform). Wir nehmen die Dichtung ab und trennen die beiden hälften wieder von einander. Die vorhin markierten Flächen sollten nun gut zu sehen sein wie auf diesem Bild hier, wenn nicht Dichtung nochmals auflegen und nachzeichnen.



Nun nehmen wir zuerst mit Fräser Nr. 1 an den Seiten die markierten Stellen ab. Hier wieder sehr aufpassen das der Fräser nicht „abhaut“, gerade beim arbeiten mit der Kugelform ist die Gefahr sehr groß!



Jetzt noch mit Fräser Nr. 4 den Rest bearbeiten so das keine Kante beim Übergang zu den Überströmerkanälen stehen bleibt. Um das zu prüfen helfen uns die Madenschrauben, einfach den Zylinder(auf die Richtung achten!) auf die KWG-Hälfte stecken und mit dem Finger über den Übergang fahren wie hier zu sehen.



Hat man also keine Kante mehr am Übergang darf die Fläche am KWG natürlich nicht mehr verändert werden. Hierzu zeichnen wir und den Übergang mit einem Stift an, wie hier zu sehen.



Nun das ganze noch so bearbeiten das das Gemisch möglichst ungehindert strömen kann, dass sollte dann so aussehen.



Das machen wir mit beiden Teilen des KWG, nur aufpassen das man beim prüfen ob der Übergang zum Zylinder stimmt, dass KWG-Teil auf die richtige Seite am Zylinder gesteckt wird. Beide fertig gefrästen hälften des KWG sehen dann zusammengesteckt so aus.



Nun ist das Kurbelwellengehäuse an den Zylinder angepasst und das Gemisch kann so ungehindert wie möglich nach oben strömen.


8.2 Ölkanäle zur Lagerschmierung

Auswirkungen:
Durch diese Kanäle werden die Kurbelwellenlager besser geschmiert da durch diese Bohrungen mehr Gemisch an die Lager kommt. Die Lebensdauer der Lager wird somit erhöht, eine Leistungssteigerung erreicht man dadurch nicht.

Wir wissen ja auch alle dass die Lager durch das Gemisch geschmiert werden, um das noch zu erleichtern bzw. zu verbessern kann man Ölkanalbohrungen setzen. Man muss dazu mit einem 1,5mm Bohrer ein Loch von oben genau zwischen die Lager bzw. Simmerringe setzen.

Das ist ebenfalls sehr heikel und man muss es auch nicht machen, die Lager werden aber dadurch sehr viel besser geschmiert. Als erstes mal zwei Bilder wo man mit der Bohrung landen muss, jeweils rot eingekreist.



Auf der Kupplungsseite(links) muss man genau in der Nut landen in der der Sprengring sitzt und auf der Lüfterradseite(rechts) genau in der Phase! Vorsicht auf der Lüfterradseite, hier kann man sehr schnell ein Loch ins Kurbelwellengehäuse machen da an der Stelle die im folgenden Bild eingekreist ist nicht sehr viel Material vorhanden ist.



Nun misst man die Tiefe in der die Bohrung landen muss, dass sind bei einem 4-Bold Zenoah Kurbelwellengehäuse genau 00mm, damit man oben anzeichnen kann wo man die Bohrung ansetzen muss. Auf der Lüfterradseite sollte man mit der Bohrung dann aber ca. 1mm weiter innen ansetzen weil man sonst Gefahr läuft nach außen durchzubrechen. Hat man die Bohrungen angezeichnet, nimmt man einen Körner und körnt die Bohrung an damit einem der Bohrer nicht verläuft. Nun heißt es eine ruhige Hand haben und gut Zielen, auch hier hilft vorher ein Stamperl 151 J. Trifft man genau sieht die Bohrung aus wie auf den folgenden Bildern.



Kupplungsseitig muss nun der Sprengring mit der Öffnung nach oben eingesetzt werden da man ja sonst die Bohrung verschließen würde und der Kanal keine Wirkung hat. Auf folgendem Bild ist zu sehen wie der Sprengring eingesetzt werden muss.




8.3 Polieren und Reinigen

Damit auch hier so wenig wie möglich Verwirbelungen im Gasstrom entstehen, sollte man die Flächen mit den Silikonpolierern polieren. Aber Vorsicht, nicht zu sehr polieren, das würde dazu führen das sich kleine Tröpfchen auf der polierten Fläche bilden an denen sich das Gemisch verwirbelt und der Gasstrom gestört wird, was wiederum zu Leistungseinbussen führt. Dann noch kurz mit einem spitzen Silikonpolierer kurz von oben in die Ölkanalbohrung gehen damit die Bohrung entgratet wird und man hat das Kurbelwellengehäuse fertig.

Fertig poliert sieht das ganze dann so aus.



Nach dem polieren reinigen wir das Kurbelwellengehäuse sehr sorgfältig mit einem Pinsel und mit Bremsenreiniger, Waschbenzin oder Geschirrspühlmittel(plus heißes Wasser), so das alle Späne und Verunreinigungen die während des Bearbeitens entstanden sind entfernt werden. Das sollte man wirklich sehr gründlich durchführen da jeder kleine Span den wir übersehen zu einem Motorschaden führen kann!

Hier noch mal ein Vergleich eines unbearbeiteten zu einem geporteten Kurbelwellengehäuses.





Weiter geht es nun mit dem Kolben…

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Möter09.03.2011 18:01
9. Der Kolben

Auswirkungen:
Dadurch dass wir den Kolben erleichtern wird der Motor leichter hochdrehen können und durch die Veränderung der Form des Kolbens sorgen wir dafür dass mehr Gemisch in der gleichen Zeit die Überströmerkanäle durchfließen kann. Der Motor gewinnt somit mehr Drehfreudigkeit und mehr Leistung/Drehmoment über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.

Hier ein unbearbeiteter Kolben.




Um den Kolben zu erleichtern, nehmen wir zuerst im inneren Material weg und zwar an den Stellen die auf dem folgenden Bild markiert sind.



Das Material unten im Kolben fräsen wir mit Fräser Nr. 2 (große Kugelform) weg bis das Kolbeninnere wie folgt aussieht.



Nun hat der Kolben schon gut an Gewicht verloren. Jetzt müssen wir noch die Form des Kolbens optimieren, dazu fräsen wir die so genannte „Arschbacken“ in den Kolben. Als erstes zeichnen wir uns an was wir wegfräsen wollen, dass erleichtert es einem einfach und man kann sich sehr gut an den Markierungen orientieren. So sollten die „Arschbacken“ markiert werden, das machen wir auf beiden Seiten des Kolbens.



Wie zu sehen ist das dann nicht wirklich symmetrisch im Bezug auf das Kolbenbolzenloch, aber keine Sorge das muss so sein denn diese „Arschbacken“ müssen so gesetzt werden das sie die Überströmerkanäle nicht abdecken. Wie hier auf diesem Bild zu sehen ist unsere Markierung genau auf der Position der Überströmerkanäle.



Nun nehmen wir Fräser Nr. 4 (große Tropfenform) und fräsen die markierten Stellen weg. Dazu halten wir den Fräser ca. im 45Grad Winkel schräg, wie auf folgendem Bild zu sehen, um so gleich die richtige Form der „Arschbacken“ zu erhalten.



Haben wir die Markierung fast ganz weggefräst sieht das wie folgt aus.



Als nächstes passen wir die Seiten der Kolbenhemden im 90Grad Winkel im Bezug auf das Kolbenbolzenloch an und runden sie nach oben hin leicht an, wie hier zu sehen.




Dann fräsen wir noch eine kleine Phase in die Rundung über dem Kolbenbolzenloch und passen die Schräge der Arschbacken noch ein bisschen an bis das ganze dann so aussieht wie auf folgendem Bild.




Nun müssen noch die Kanten außen am Kolben mit feinem Schleifpapier gebrochen werden damit nicht durch eine zu scharfe Kante die Beschichtung im Zylinder beschädigt wird.



Damit auch hier so wenig wie möglich Verwirbelungen im Gasstrom entstehen, sollte man die bearbeiteten Flächen mit den Silikonpolierern polieren. Aber Vorsicht, nicht zu sehr polieren, das würde dazu führen das sich kleine Tröpfchen auf der polierten Fläche bilden an denen sich das Gemisch verwirbelt und der Gasstrom gestört wird, was wiederum zu Leistungseinbussen führt.

Nach dem polieren reinigen wir den Kolben sehr sorgfältig mit einem Pinsel und mit Bremsenreiniger, Waschbenzin oder Geschirrspühlmittel(plus heißes Wasser), so das alle Späne und Verunreinigungen die während des Bearbeitens entstanden sind entfernt werden. Das sollte man wirklich sehr gründlich durchführen da jeder kleine Span den wir übersehen zu einem Motorschaden führen kann!




Hier nun noch mal ein Vergleich eines unbearbeiteten zu einem geportetem Kolben.





Weiter geht es mit einer kurzen Erklärung zu den Steuerzeiten…

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Möter09.03.2011 18:02
10. Die Steuerzeiten

Eines Vorweg, was ich jetzt über die Steuerzeiten schreibe ist nur ein Bruchteil dessen was es über die Steuerzeiten zu sagen gibt. In die Berechnung der Steuerzeiten müssen so viele Sachen wie z.B. Reso, Ansaugtrakt usw. mit einfließen, dass würde erstens den Rahmen hier sprengen und zweitens sind das dann nur theoretische Werte die sich in der Praxis dann als mehr oder weniger sinnvoll darstellen können. Deshalb nur ein paar einfache Beispiele wie man auch ohne großes Hintergrundwissen leicht was an den Steuerzeiten verändern kann.

Indem man die Steuerzeiten verändert, verändert man auch die Resonanzdrehzahl des Motors. Die Motorcharakteristik wird sich dahingegen ändern dass sich das zu nutzende Drehzahlband verschiebt. Ganz Wichtig ist, man sollte hier sehr genau wissen was man macht, denn verändert man die Steuerzeiten nicht richtig wird der Motor sehr viel schlechter laufen bzw. weniger Leistung haben als vorher.

Wir haben ja den Motor nun so bearbeitet das mehr Gemisch in der gleichen Zeit durch den gesamten Motor strömen kann aber eben ohne Veränderung an den Steuerzeiten. Somit haben wir erreicht dass der Motor über den gesamten jetzigen nutzbaren Drehzahlbereich verteilt an Leistung/Drehmoment gewonnen hat. Will man nun das nutzbare Drehzahlband so verschieben das man mehr Leistung/Drehmoment vor allem in den oberen Drehzahlbereichen hat und somit auch mehr Enddrehzahl, müssen die Steuerzeiten verändert werden.

10.1 Steuerzeiten am Einlasskanal

Auswirkungen:
Änderungen an den Steuerzeiten am Einlasskanal bewirken:
- Der Einlass ist früher geöffnet
- Der Einlass ist länger geöffnet
- Der Einlass wird später geschlossen
Somit kann früher und länger mehr Gemisch in den Motor strömen, aber auch mehr Gemisch zum Einlass hin entweichen wenn sich der Kolben in der Abwärtsbewegung befindet da der Einlass ja länger geöffnet ist. Das hat eine Veränderung der Resonanzdrehzahl des Motors zur folge was einfach gesagt dazu führt das sich das nutzbare Drehzahlband in den oberen Drehzahlbereiche verschiebt.

Man kann die Steuerzeiten am Einlasskanal entweder am Einlasskanal selber, oder mit einer Anpassung des Kolbenhemdes auf der Einlass-Seite, verändern.

Will man die Steuerzeiten am Einlasskanal selber ändern, muss man die untere Kante des Kanals weiter nach unten fräsen, will man es am Kolben machen muss am Kolbenhemd auf der Einlass-Seite Material weggenommen werden. Die Veränderung der Steuerzeiten um nur ein zehntel macht sich schon deutlich bemerkbar, also müsst ihr hiermit sehr vorsichtig sein.

Um das nutzbare Drehzahlband ein klein wenig nach oben zu verschieben sollte man am Kolbenhemd auf der Einlass-Seite 0,3mm mit einer Feile abnehmen. So kann man wenn es einem dann doch nicht gefällt einfach einen neuen Kolben verwenden und hat wieder die ursprünglichen Steuerzeiten, was ja nicht geht wenn man am Einlasskanal die Steuerzeiten ändert. Dazu den Kolben leicht zwischen zwei Holzplatten in einen Schraubstock einspannen und gleichmäßig die 0,3mm abnehmen. Die beim Feilen entstandene Kante muss auf der Außenseite des Kolbens mit Schleifpapier beseitigt werden damit der Kolben sauber im Zylinder läuft und die Beschichtung nicht beschädigt.


10.2 Steuerzeiten an den Überströmerkanälen

Auswirkungen:
Änderungen an den Steuerzeiten an den Überströmerkanälen bewirken:
- Die Überströmerkanäle sind früher geöffnet
- Die Überströmerkanäle sind länger geöffnet
- Die Überströmerkanäle werden später geschlossen
Somit kann früher Gemisch nach oben in den Brennraum gespült werden, allerdings kann hier auch mehr Gemisch entweichen da die Kanäle ja auch länger geöffnet sind. Auch das hat eine Veränderung der Resonanzdrehzahl des Motors zur folge was einfach gesagt dazu führt das sich das nutzbare Drehzahlband in die oberen Drehzahlbereiche verschiebt.

Hier die Steuerzeiten zu verändern ist nicht wirklich einfach und aus meiner Sicht auch nicht wirklich sinnvoll. Man kommt an die obere Kante der Überströmerkanäle nur sehr schwer dran und man läuft sehr schnell in Gefahr in die Beschichtung zu rutschen. Deshalb gehe hier auch nicht näher auf diesen Schritt ein. Sollte jemand doch noch die Lust verspüren da was zu ändern, gilt dasselbe, unbedingt nur in zehntel Schritten ändern.


10.3 Steuerzeiten am Auslasskanal

Auswirkungen:
Änderungen an den Steuerzeiten am Auslasskanal bewirken:
- Der Auslass ist früher geöffnet
- Der Auslass ist länger geöffnet
- Der Auslass wird später geschlossen
Somit können die Abgase früher aus dem Brennraum strömen, wodurch aber auch kürzer Druck auf den Kolben ausgeübt wird. Weil der Auslass ja auch länger auf ist kann aber auch mehr frisches Gemisch aus dem Auslass strömen. Das alles hat eine Veränderung der Resonanzdrehzahl des Motors zur folge was einfach gesagt dazu führt das sich das nutzbare Drehzahlband in den oberen Drehzahlbereiche verschiebt.

Man kann die Steuerzeit hier im Auslasskanal verändern indem man die obere Kante des Kanals nach oben fräst, auch hier sind zehntel entscheidend. Man kann auch nur eine kleine „Mulde“ in die obere Kante machen wie auf folgendem Bild zu sehen. Dadurch werden Druckspitzen vermieden und das ganze ist so eine Art „Vorauslass“ oder auch „Blow down“ genannt.



Ich persönlich würde hier wenn überhaupt nur 1-2 zehntel an der oberen Kante wegnehmen um das nutzbare Drehzahlband nur leicht nach oben zu verschieben und mehr Enddrehzahl zu bekommen.

Die Steuerzeiten müssen wie schon gesagt nicht verändert werden, wenn man sich damit allerdings richtig gut auskennt kann man hiermit noch ein kein wenig mehr Leistung rausholen bzw. den Motor besser auf seinen persönlichen Geschmack einstellen.

Wie oben schon kurz gesagt ist das Thema Steuerzeiten nur sehr kurz angeschnitten, aber mit diesen kleinen Veränderungen kann man eben auch schon ein bisschen was verändern.

Nun ist denke ich genug gesagt, jetzt gibt’s noch eine kurze Zusammenfassung…

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Möter09.03.2011 18:04
11. Zusammenfassung

Ihr habt jetzt einen sehr genauen Einblick in die Funktionsweise und das Tunen unserer Motoren bekommen. Wenn man die Art und Weise versteht wie so ein 2-Takter funktioniert ist alles, bis auf die Steuerzeiten, kein Hexenwerk.

Und noch mal, es müssen nicht alle Schritte durchgeführt werden und ja man kann auch noch ein bisschen mehr machen aber da muss sich jeder an sein Limit rantasten. Man kann alle Kanäle noch größer machen, den Kolben noch leichter usw. aber irgendwann geht es deutlich auf Kosten der Lebensdauer des Motors und das ist eigentlich auch nicht Sinn und Zweck der Sache.

Wir haben nun unserem Motor ein „Grundtuning“ verpasst, es wird euch erstaunen welche Leistung der Motor nun bringt, vorausgesetzt ihr habt alles richtig gemacht. Und auch nicht ganz unwichtig, obwohl wir ja durch das Bearbeiten dafür gesorgt haben das mehr Gemisch durch den Motor fließen kann, wird der Motor nicht mehr Sprit verbrauchen als vorher, tendeziell eher weniger!

Wenn ihr jetzt alle Teile gründlich gereinigt habt könnt ihr den Motor wieder zusammenbauen, wie könnt ihr in meinem Tutorial „Großes Motor Tutorial "Wechseln der Lager und Simmerringe"!“ nachlesen.

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und betrachten der Bilder und ich hoffe ich konnte euch hiermit ein bisschen mehr über die Funktionsweise unserer Motoren näher bringen. Vielleicht habe ich auch dem ein oder anderen die Angst genommen, dass man sich selber auch mal ans Werk macht.

Das Gefühl wenn der selber geportete Motor geht, wie einer der 550€ aufwärts kostet, ist schon sehr sehr geilJ und das macht natürlich auch stolz denn man hat es eben selber gemacht und nicht einfach gekauft.

In diesem Sinne "Peace und lange Haare"

Gruß Möter :king:


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