5. Der Zylinder
Fangen wir also mit dem Bearbeiten des Zylinders an. Ich werde die Bearbeitung in mehrere Schritte unterteilen und beschreiben was der jeweilige Schritt für Auswirkungen hat. Wie viel man dann am Zylinder bearbeiten will kann man dann selber entscheiden, je nach dem wie viel Leistung man rauskitzeln will und wie viel Risiko man bereit ist ein zu gehen.
Zuerst mal Bilder wie ein unbearbeiteter Zylinder aussieht, hier zu sehen das innere des Zylinders.

Hier die beiden Überströmerkanäle


Hier der unbearbeitete Einlass


Hier der unbearbeitete Auslass


5.1: Bearbeiten des Einlasskanals
Auswirkungen:Durch das Bearbeiten bzw. Vergrößern des Einlasskanals kann mehr Gemisch in der gleichen Zeit in den Motor strömen, wodurch sich eine Leistungssteigerung über das jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt ergibt.
Auf dem Bild hier ist der unbearbeitete Einlasskanal zu sehen. Der kleine Steg oben im Kanal verhindert dass der Kolbenring sich zu sehr entspannt und dann an der oberen Kante des Einlasskanals hängen bleibt, was einen kapitalen Motorschaden zur Folge hat. Dieser kleine Steg darf also keinesfalls entfernt werden!


Zuerst sollte man sich die Steuerzeiten markieren um zu verhindern dass man im Eifer des Gefechts doch zu viel an der ein oder anderen Stelle wegfräst. Man darf auf keinen Fall, es sei denn man kennt sich damit richtig gut aus, auf gut Glück die Steuerzeiten im Motor verändern. Also Markieren wir uns die obere und untere Kante des Einlasskanals im inneren des Zylinders. Hierzu kann man den Kolben nehmen, auf die entsprechende Stelle schieben und dann am Kolbenhemd einen Strich ziehen, oder man verwendet wie ich hier eine auf das entsprechende Maß zugeschnittene Plastikkarte. Hat man beide Steuerzeiten, obere und untere Kante des Einlasskanals, markiert sieht das wie Folgt aus und es kann weitergehen.

Beginnen wir also mit der Bearbeitung des Einlasskanals, dazu nehmen wir den Fräser Nr. 5 (kleine Zylinderform). Wie oben schon kurz angesprochen ist es eminent Wichtig das die Steuerzeiten
nicht verändert werden, man darf also auf keinen Fall, weder oben noch unten, im Einlasskanal über die Markierung der Steuerzeiten fräsen. Was man aber machen kann ist den Einlass seitlich um 1-2mm zu vergrößern bzw. in die Breite ziehen. Dazu taucht man wie hier auf dem Bild zu sehen von vorne in den Einlasskanal ein und beginnt Vorsichtig den Kanal zu den Seiten hin zu vergrößern.

Hat man den Einlasskanal nun seitlich vergrößert und sich an die Steuerzeitenmarkierung herangetastet sollte das wie auf dem Bild hier aussehen.

Nun muss der Einlasskanal im gesamten natürlich noch an die an der Innenseite vorgenommenen Veränderungen angepasst werden, hierzu ebenfalls Fräser Nr. 5 verwenden. Damit das, den Kanal druchströmende, Gemisch möglichst ungehindert und gleichmäßig fließen kann sollte eben der Einlasskanal eine durchgänig gleiche Form haben. Also wird nun von außen der Kanal so bearbeitet das er eine, auf ganzer Länge, gleichmäßige Form hat. Hierbei unbedingt darauf achten das man nicht aus versehen die Steuerzeiten ändert! Das ganze sollte dann wie Folgt aussehen wenn man fertig ist.

Da wir ja den Einlasskanal zu den Seiten hin vergrößert haben und damit auch Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu wickelt man am besten ein kleines Stück Schleifpapier um einen Schraubendreher und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!

Hier noch mal ein Vergleich einen unbearbeiteten zu einem geporteten Einlasskanal.




Nun sind wir mit dem Einlasskanal fertig und können mit dem nächsten Schritt fortfahren.
5.2: Bearbeiten der Überströmerkanäle
Wir haben ja nun mit der Bearbeitung des Einlasskanals dafür gesorgt, dass mehr Gemisch in den Motor strömen kann also müssen wir nun auch dafür sorgen das der Motor dieses vergrößerte Gemischvolumen auch verarbeiten kann. Hierzu muss man das Motorinnere, sprich die Überströmerkanäle, anpassen was ich in den folgenden Schritten erklären werde.
5.2.1: Kürzen des Steges in den Überströmerkanälen
Auswirkungen:Durch das kürzen der Stege in den Überströmerkanälen wird mehr Raum für das nach oben strömende Gemisch geschaffen und durch das anschließende Abschrägen wird der Gasstrom zusätzlich noch beruhigt so das keine Verwirbelungen entstehen. Das hat eine Leistungssteigerung zur Folge weil eben mehr Gemisch in der gleichen Zeit nach oben in den Brennraum strömen kann, man erhält so also mehr Leistung/Drehmoment über das jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.
Wie auf dem Bild hier zu sehen steht in der Mitte der Überströmerkanäle ein Steg. Dieser Steg verhindert dass sich der Kolbenring soweit entspannen kann, dass er nicht mehr richtig im Zylinder läuft und möglicherweise an einer Kante der Überströmerkanäle oder am Ein- bzw. Auslass hängen bleibt und einen kapitalen Motorschaden verursacht.


Also können wir diesen Steg nicht komplett entfernen, allerdings ist es kein Problem den Steg um 1cm, von der Dichtfläche aus gemessen, zu kürzen. Also Zeichnen wir uns auf beiden Seiten auf dem Steg diesen 1cm an bis wo hin wir ihn kürzen.


Dann nehmen wir den Fräser Nr. 6 (große Zylinderform) und beginnen Vorsichtig den Steg zu kürzen. Man muss unbedingt darauf achten die Beschichtung im Zylinder nicht zu beschädigen, gerade wenn man mit der Drehrichtung des Fräsers arbeitet kann es sehr schnell passieren, dass einem der Fräser plötzlich greift und unkontrolliert „abhaut“.
Hier ein paar Bilder auf denen zu sehen ist wie der Steg Schritt für Schritt gekürzt wird.




Hat man den Steg, wie auf dem letzten Bild zu sehen, bis zur Markierung und bis zu hinteren Fläche der Überströmerkanälen gekürzt ist der erste kleine Schritt geschafft.
Würde man es nun so lassen, würden die nach oben in den Brennraum strömenden Gase auf die Fläche am Ende des gekürzten Steges treffen. Dadurch würden Verwirblungen entstehen die den Gasstrom negativ beeinflussen und somit auch die Leistung des Motors verringern.
Um das zu verhindern müssen die beiden Stege, jeweils auf der Seite zum Einlass hin, abgeschrägt werden. Dazu nimmt man den Fräser Nr. 3 (kleine Tropfenform) und fängt Vorsichtig an wie auf dem Bild hier zu sehen den Steg abzuschrägen.

Um eben den Gasstrom so wenig wie möglich zu beeinflussen bzw. zu bremsen, sollte man die Stege jeweils so weit abschrägen, dass eine richtig scharfe Kante entsteht(roter Kreis). Zu dünn sollte man den Steg aber auch nicht machen da er so an Stabilität verliert und möglicherweise brechen oder verbiegen kann. Hierbei kann man sehr leicht abrutschen und die Beschichtung beschädigen, also sehr Vorsichtig arbeiten! Hier auf dem Bild ist zu sehen wie der Steg dann aussehen sollte.


Da wir ja auch hier Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu ein kleines Stück Schleifpapier klebt es sich mit Tesafilm auf den Finger und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!

Hier nun noch mal ein Vergleich zum unbearbeiteten Steg.


5.2.2: Das Bearbeiten der Überströmerkanäle
Auswirkungen:Indem man die Überströmerkanäle vergrößert schafft man, wie auch bei dem kürzen des Steges, einfach mehr Raum für das nach oben strömende Gemisch. Das hat eine Leistungssteigerung zur Folge weil eben mehr Gemisch in der gleichen Zeit nach oben in den Brennraum strömen kann, man erhält so also mehr Leistung/Drehmoment über das jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.
So sehen die Überströmerkanäle ja nach dem kürzen der Stege aus.

Hier werde ich nun beschreiben wie man die Überströmerkanäle bearbeiten wenn man den Motor normal Porten möchte, für die die es dann noch ein bisschen mehr auf die Spitze treiben wollen werde ich später noch näher eingehen.
Da man hier nicht auf die Steuerzeiten achten muss, werden auch keine Markierungen benötigt.
Für diesen Schritt brauchen wir Fräser Nr. 4 (große Tropfenform) und Fräser Nr. 6 (große Zylinderform). Wir werden erst die beiden Kanäle bearbeiten die dem Einlass zugewandt sind, auf dem Bild die die markiert sind.

Man nimmt erst den Fräser Nr. 6 und nimmt auf der gesamten Fläche des Kanals Material weg, wie viel genau kann man schlecht sagen dass ist eher Gefühlssache.

Dann Fräst man in Richtung der zwei Pfeile die auf diesem Bild zu sehen sind, aufpassen dass man nicht auf die Beschichtung rutscht. Wenn es dann so aussieht wie auf dem 2ten Bild ist das auch geschafft..


Nun bearbeiten wir die Kanäle die dem Auslass zugewandt sind, auf dem Bild die die markiert sind.

Zuerst gleicht man hier die Flächen des Kanal an die Flächen des daneben liegenden Kanals an, auch der Bereich über dem Steg muss an die Flächen der Kanäle angepasst werden so das alles das gleich Niveau haben. Nach dem anpassen der Kanäle sieht es wie folgt aus.

Nun brauchen wir Fräser Nr. 4. Nun Fräst man in Richtung der beiden Pfeile die auf folgendem Bild zu sehen sind. Am oberen Ende des Kanals kippt man den Fräser leicht um eine gleichmäßige Fläche ohne Kanten zu bekommen. Auch hier aber wieder aufpassen das man die Beschichtung nicht beschädigt, vor allem beim kippen des Fräsers an der oberen Kante aufpassen! Sieht das ganze dann aus wie auf dem zweiten Bild zu sehen ist auch dies geschafft.


Weiter geht es mit dem heikelsten Teil der Zylinderbearbeitung.
5.2.3: Das Fräsen der so genannten „Eye-Cuts“
Auswirkungen:Mit den so genannten „Eye Cuts“ wird dafür gesorgt, dass mehr Gemisch schneller und Zielgerichteter nach oben in den Brennraum strömen kann. Da das Gemisch dann mehr Richtung Einlass gerichtet nach oben strömt, geht durch den Auslass nicht so viel frisches Gemisch verloren. Im Gegenteil es werden dadurch mehr Abgase Richtung Auslass gedrückt und somit steht bei der nächsten Zündung mehr frisches Gemisch zur Verfügung, sprich die Spülung im Motor ist effektiver. Das hat natürlich auch wieder mehr Leistung/Drehmoment über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt zur Folge.
Hier ein Bild der Überströmerkanäle ohne „Eye Cuts“.

Ich hab es ja oben schon kurz erwähnt, dass ist mit Abstand der heikelste Schritt den man beim Porten eines Motors vor nimmt. Der kleinste Fehler, die kleinste Unachtsamkeit werden bei diesem Schritt noch viel mehr bestraft als anderswo, rutscht man einmal ab ist die Beschichtung beschädigt und der Zylinder somit unbrauchbar. Gerade bei dem „Eye Cut“ wo man mit der Drehrichtung des Fräsers arbeitet, muss man höllisch aufpassen das einem der Fräser nicht schlagartig greift und „abhaut“. Wenn man alte Zylinder daheim rum liegen hat, sollte man gerade diesen Schritt üben so oft es geht!
Auch hier müssen die Steuerzeiten beachtet und angezeichnet werden, da man diese hier, genau wie beim Einlasskanal nicht verändern sollte. Man muss sich eine Linie auf der Höhe der oberen Kante der Überströmerkanäle machen. Der „Eye Cut“ darf auf keinen Fall nach oben über diese Linie hinausgehen, weil man somit die Steuerzeiten verändern würde. Die "Eye Cuts" sollten optimaler Weise im 60° Winkel zur Einlassachse stehend gefräst werden, damit dass Gemisch optimal in den Brennraum strömen kann!

Dann sollte man sich auch noch anzeichnen wie weit man den „Eye Cut“ nach innen ziehen will. Ich würde nicht mehr als 3mm nach innen gehen, also hab ich es auch so angezeichnet wie auf folgendem Bild zu sehen.

Fangen wir nun also an, wir benötigen für diesen Schritt Fräser Nr. 2 (große Kugelform), außerdem empfehle ich zur Beruhigung der Nerven ein Stamperl Schnaps (vorzugsweise „151“ Die Kenner unter euch wissen was gemeint ist

). Man setzt also bei den Überströmerkanälen an wie auf dem Bild zu sehen.

Dann Fräst man langsam, vorsichtig und ohne großen Druck nach und nach den „Eye Cut“ in den Zylinder. Man sollte auch nicht zu tief Fräsen, so ca. 1,5mm tief an der im folgenden Bild markierten Stelle reichen vollkommen aus und man läuft nicht Gefahr das man sich eine Loch in die Zylinderwand fräst.

Ist man mit beiden „Eye Cuts“ fertig sieht der Zylinder innen aus wie auf folgendem Bild zu sehen.

Da wir ja auch hier Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu nimmt man ein kleines Stück Schleifpapier, klebt es sich mit Tesafilm auf den Finger und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!

Hat man die „Eye Cuts“ ohne abrutschen oder sonstige Beschädigungen am Zylinder geschafft kann man schon ein bisschen stolz auf sich sein.
5.3: Der Auslasskanal
Auswirkungen:Hier gilt das gleiche wie beim Einlasskanal, bearbeitet bzw. vergrößert man den Auslasskanal kann der Motor, die bei der Verbrennung entstandenen Abgase schneller und leichter loswerden. Auch mit diesem Schritt erhält man mehr Leistung/Drehmoment über das gesamte jetzige nutzbare Drehzahlband verteilt.
Da wir ja den Einlasskanal sowie die Überströmerkanäle so bearbeitet haben, dass mehr Gemisch in der gleichen Zeit durch den Motor strömen kann muss nun auch der Auslasskanal entsprechend angepasst werden. Auf dem Bild hier zu sehen der unbearbeitete Auslasskanal.


Zuerst sollte man auch hier die Steuerzeiten markieren um zu verhindern dass man im Eifer des Gefechts doch zu viel an der ein oder anderen Stelle wegfräst. Man darf auf keinen Fall, es sei denn man kennt sich damit richtig gut aus, auf gut Glück die Steuerzeiten im Motor verändern. Also Markieren wir uns die obere und untere Kante des Auslasskanals im inneren des Zylinders. Hierzu kann man den Kolben nehmen, auf die entsprechende Stelle schieben und dann am Kolbenhemd einen Strich ziehen, oder man verwendet wie ich hier eine auf das entsprechende Maß zugeschnittene Plastikkarte. Hat man beide Steuerzeiten, obere und untere Kante des Auslasskanals, markiert sieht das wie folgt aus und es kann weitergehen.

Beginnen wir also mit der Bearbeitung des Auslasskanals, dazu nehmen wir den Fräser Nr. 5 (kleine Zylinderform). Wie oben schon kurz angesprochen ist es eminent Wichtig dass die Steuerzeiten
nicht verändert werden, man darf also auf keinen Fall, weder oben noch unten, im Auslasskanal über die Markierung der Steuerzeiten fräsen. Was man aber machen kann ist den Auslass seitlich um 1-2mm zu vergrößern bzw. in die Breite ziehen. Dazu taucht man wie hier auf dem Bild zu sehen von hinten in den Auslasskanal ein und beginnt Vorsichtig den Kanal zu den Seiten hin zu vergrößern.

Hat man den Auslasskanal nun seitlich vergrößert und sich an die Steuerzeitenmarkierung herangetastet sollte das wie auf dem Bild hier aussehen.

Nun muss der Auslasskanal im gesamten natürlich noch an die an der Innenseite vorgenommenen Veränderungen angepasst werden, hierzu ebenfalls Fräser Nr. 5 verwenden. Damit das, den Kanal durchströmende, Gemisch möglichst ungehindert und gleichmäßig fließen kann sollte eben der Auslasskanal eine durchgehend gleiche Form haben. Also wird nun von außen der Kanal so bearbeitet das er eine, auf ganzer Länge, gleichmäßige Form hat. Hierbei unbedingt darauf achten das man nicht aus versehen die Steuerzeiten ändert! Das ganze sollte dann wie Folgt aussehen wenn man fertig ist.

Da wir ja den Auslasskanal zu den Seiten hin vergrößert haben und damit auch Material mit Beschichtung entfernt haben müssen diese Stellen noch mit feinem Schleifpapier bearbeitet werden. So verhindern wir das scharfe Kanten stehen bleiben die verhindern können das der Kolben sauber im Zylinder läuft. Dazu wickelt man am besten ein kleines Stück Schleifpapier um einen Schraubendreher und zieht so dann das Schleifpapier leicht über die Kanten, wie auf folgendem Bild zu sehen, aber Vorsicht nicht die Beschichtung beschädigen!

5.4 Polieren und Reinigen